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"Umstrittene" Beiträge: Facebook startet Kennzeichnung von Fake News

Von Witold Pryjda am 06.03.2017 16:44 Uhr
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Das Thema Fake News ist in den vergangenen Wochen und Monaten ein Dauerbrenner gewesen. Denn in sozialen Netzwerken haben Nutzer angesichts der Vielzahl an Medien und Meldungen oftmals kaum noch die Möglichkeit, bewusst gestreute Falschmeldungen von der Wahrheit auseinanderzuhalten. Facebook will nun "strittige" Nachrichten als solche kennzeichnen.

Facebook hat vor kurzem begonnen, Nachrichten, an deren Wahrheitsgehalt es Zweifel gibt, entsprechend zu kennzeichnen. In der englischsprachigen Variante werden diese mit einem roten Rufzeichen sowie dem Wort "Disputed" angezeigt, dabei wird auch angegeben, wer diese Meldung beanstandet hat.

Das System beschreibt das soziale Netzwerk in einem Beitrag in seinem Help Center (via VentureBeat), dieser steht aber derzeit nur für englischsprachige Nutzer zur Verfügung. Wer ihn lesen will, der muss seine Spracheinstellungen (links unten) von Deutsch auf Englisch ändern.

Mehrstufiger Prozess

Der Prozess hat mehrere Stufen: Zunächst kann ein Beitrag bzw. ein Link von Nutzern als Fake News an Facebook angezeigt werden. In weiterer Folge wird diese Meldung an unabhängige Organisationen wie Politifact und Snopes.com weitergereicht, diese überprüfen die Fakten. Wenn diese feststellen, dass tatsächlich eine Fake News vorliegt, dann kommt es zur Aktivierung des Rufzeichens, dabei wird auch angegeben, wer die Nachricht beanstandet hat.

Welche Folgen das in der Praxis hat, ist aber unklar: Denn Facebook hat sich nicht dazu geäußert, ob derartige Fake News geblockt werden bzw. wie nachhaltig sie im Newsfeed-Algorithmus abgestraft werden. Laut Recode hat das Ganze auch einen anderen Haken: Die Überprüfung kann mitunter mehrere Tage dauern, die Fake News-Artikel haben also genügend Zeit, um Schaden anzurichten.

In Deutschland ist zudem noch immer nicht klar, wer die Überprüfung auf Dauer vornehmen soll. Denn auf große Begeisterung stößt Facebook damit nicht, vor allem auch deshalb, weil die Sache viel Aufwand erfordert.

Siehe auch: Facebook - Fake-Prüfung könnte ausgerechnet bei Focus Online landen
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