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Brexit reißt die Deutsche Telekom in einen Milliarden-Verlust

Von Christian Kahle am 02.03.2017 15:04 Uhr
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Das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU hat bereits unübersehbare Folgen für die Deutsche Telekom. In den Bilanzen für das vergangene Jahr musste der Konzern aufgrund der Entwicklungen bereits einen Betrag in Milliardenhöhe abschreiben.

Hintergrund dessen ist eine Beteiligung, die die Telekom an dem britischen Telekommunikationskonzern BT hält. Bisher war dies eine ziemlich solide Anlage, mit der man einen Fuß in dem größten Netzbetreiber des Landes hatte. Doch nach dem Referendum brachen sowohl die Kurse der BT als auch des britischen Pfund ein, wodurch sich der Wert der Beteiligung deutlich reduzierte. Immerhin 2,2 Milliarden Euro wurden in den Bilanzen daher aus dem Konzernvermögen gestrichen.

Die im vierten Quartal durchgeführte Wertkorrektur führte dazu, dass die Telekom nach einem Nettogewinn von 946 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres nun einen Verlust von 2,12 Milliarden Euro ausweisen musste. Das ist für das Unternehmen natürlich nicht gerade angenehm, da es die allgemein recht ordentliche Entwicklung des Tagesgeschäftes in den Hintergrund drängt.


Telekom wird quasi zum US-Konzern

Der Umsatz kletterte weiter spürbar: Im Jahresvergleich ging es um 9,4 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro nach oben. Aus dem operativen Geschäft zog das Unternehmen so einen EBITDA-Gewinn von 5,2 Milliarden Euro, was 2,4 Prozent mehr als im letzten Jahr sind.

Ein anhaltender Trend ist aber auch bei der kräftigen Verschiebung in Richtung Auslandsgeschäft zu sehen. Die Tochter T-Mobile USA generiert inzwischen knapp die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes. Und auch die Gewinne steigen vor allem auf der anderen Seite des Atlantiks. Im Gesamtbild sieht es nun so aus, dass der ehemalige Staatskonzern kurz davor steht, mehr als zwei Drittel seiner Einnahmen außerhalb Deutschlands zu generieren, während hierzulande sogar ein Umsatzrückgang um 0,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro verbucht werden musste.
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