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Bericht: Apple verlegt Fertigung des iPhone SE teilweise nach Indien

Von Roland Quandt am 17.02.2017 16:09 Uhr
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Apple hat Indien als weiteren Wachstumsmarkt fest im Visier und beginnt nun offenbar tatsächlich, einen Teil der Fertigung seines iPhone dort vorzunehmen. Wie jetzt bekannt wurde, soll ein taiwanischer Vertragsfertiger eine Produktionsstätte für das iPhone SE in Indien einrichten, wo schon bald die ersten Geräte vom Band laufen werden.

Wie die indische Economic Times unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld der beiden Unternehmen berichtet, hat Apple angeblich den taiwanischen Vertragsfertiger Wistron damit beauftragt, in seinem Werk in der Provinz Karnataka mit der Fertigung des iPhone SE zu beginnen. Zunächst sollen dort zwischen 300.000 und 400.000 Geräte vom Band laufen, wobei diese Zahlen wohl auf einen Monat bezogen sind.

Es kommt nicht immer auf die Größe an: Das iPhone SE im Test
Im Vergleich zu den anderen Produktionsstätten von Apple und seinen Vertragsfertigern ist diese Zahl natürlich relativ gering, denn insgesamt laufen in den Werken weltweit täglich wohl gut 800.000 neue iPhones vom Band. Noch handelt es sich für die Firma aus dem amerikanischen Cupertino aber wohl ohnehin um eine Art Experiment, mit dem man die Möglichkeiten der Fertigung in Indien ausloten will.

Apple hatte sich in den letzten Monaten mehrfach mit den indischen Behörden getroffen - unter anderem war sogar Firmenchef Tim Cook für Verhandlungen vor Ort. Der US-Konzern versucht seit einiger Zeit in dem Land Fuß zu fassen, um neue Einnahmequellen und Kundengruppen zu erschließen. Das iPhone SE kam im April 2016 auf den Markt und soll eigentlich aufstrebende Märkte wie Indien ansprechen. Aufgrund der vergleichsweise hohen Preise gelang dies bisher aber nur begrenzt, so dass eine Fertigung vor Ort sicherlich für niedrigere Preise sorgen würde.

Hintergrund sind unter anderem die bei der Einfuhr von Geräten aus dem Ausland fälligen Abgaben, die man durch eine Produktion vor Ort umgehen könnte. Das Potenzial des indischen Marktes ist riesig, schließlich nutzen dort rund 700 Millionen Menschen noch immer einfache Mobiltelefone. Dies ist auch der Grund, warum Apple über den vorsichtigen Beginn der lokalen Produktion des iPhone SE hinaus kräftig investieren will.

So hat der Konzern diverse Anforderungen an die Regierung gestellt, um Vergünstigungen zu bekommen. Man will sich unter anderem für 15 Jahre von den sonst fälligen Einfuhrabgaben ausnehmen lassen, was sowohl für fertige Geräte als auch deren Komponenten gelten soll.
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