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Korruption, Meineid und Veruntreuung: Samsung-Chef wurde verhaftet

Von Witold Pryjda am 17.02.2017 10:15 Uhr
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Nach einem längeren Hin und Her ist es nun tatsächlich passiert: Der Erbe Samsung und damit auch De-facto-Chef des Konzerns, Lee Jae Yong, ist von der südkoreanischen Justiz verhaftet worden. Zuletzt hatten sich die Vorwürfe rund um Korruption, Meineid und Veruntreuung verdichtet.

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte Südkoreas bzw. des Konzerns, dass das mächtigste Unternehmen des Landes im Mittelpunkt derartiger Ermittlungen steht. Bisher kam Samsung und dessen Führungsriege stets davon. Das liegt an der Tatsache, dass Samsung für Südkorea in etwa das ist, was VW für Wolfsburg bedeutet: wirtschaftliche Triebfeder und der wichtigste Arbeitgeber.

Doch im Zusammenhang mit der Affäre rund um die suspendierte Präsidentin Park Geun Hye haben sich zuletzt die Hinweise immer weiter gehäuft, wonach Samsung und Lee Jae Yong mehr als nur wohltätige Spender gewesen sind. Denn der Konzern war der größte einzelne Geldgeber bei der Finanzierung von Stiftungen, die Parks langjährige Vertraute Choi Soon Sil geleitet hat. Das wiederum sei laut den koreanischen Ermittlern letztlich ein Weg gewesen, Schmiergelder an die Präsidentin zu übermitteln.

Lee Jae Yong, der nach dem krankheitsbedingten Rückzug seines Vaters Lee Kun Hee als quasi amtsführender Konzernchef gilt, soll Zahlungen in Höhe von knapp 35 Millionen Euro an die Stiftungen autorisiert haben. Zweck dieser Schmiergelder war unter anderem die Genehmigung einer Samsung-internen Fusion zweier Unternehmenssparten.

Untersuchungshaft

Laut BBC (via Ars Technica) ist die nun erfolgte Verhaftung notwendig geworden, da nun zusätzliche strafrechtliche Vorwürfe und neue Beweise dazugekommen seien. Bei der Verhaftung handelt es sich derzeit um eine Untersuchungshaft, die keine Aussage über eine etwaige Schuld beinhaltet. Die Behörden sehen hier "lediglich" die möglichen Straftaten als so erheblich an, dass man eine etwaige Fluchtgefahr nicht ausschließt. Die Staatsanwaltschaft hat nun 20 Tage Zeit, eine formelle Anklage zu erheben.
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