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Augmented Reality: Fotorealistische Bild-Manipulationen in Echtzeit

Von Christian Kahle am 15.02.2017 18:46 Uhr
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Zukünftig soll es für den Nutzer kaum noch wahrnehmbar sein, ob auf dem Display das direkte Bild von der Kamera angezeigt wird oder ob eine Augmented Reality-Anwendung zusätzliche Objekte und Informationen in die Darstellung eingefügt hat.

Augmented Reality: Bildmanipulation in Echtzeit

Eine entsprechende Software wurde am Max-Planck-Institut für Informatik entwickelt. Mit deren Hilfe sollen sich die Informationen eines Kamera-Bildes fotorealistisch verändern lassen. Dafür werden nicht mehr Objekte auf das jeweilige Bild draufgelegt, wie man es beispielsweise aus dem Spiel Pokémon Go kennt. Stattdessen wird die Aufnahme selbst verändert.

Das funktioniert in der Praxis keineswegs so einfach, als würde man einfach eine möglichst realistische Grafik in das Kamera-Bild einfügen. Denn um die Darstellung wirklich realistisch wirken zu lassen, muss auch der Farbwert angepasst werden, der sich aus der Beleuchtung und den Reflexionen ergibt. "Das Problem ist jedoch, dass die beiden Komponenten dieser Rechnung nur indirekt im Bild enthalten sind und damit nicht messbar sind", erklärte Christian Theobalt, Leiter der Forschergruppe, die sich mit der Sache befasst hat.

Mit einer modernen Bildbearbeitungs-Software wie Photoshop bekommt man die fraglichen Bildmanipulationen recht problemlos hin. Allerdings ist die Anforderung bei Augmented Reality, dass die veränderten Informationen in Echtzeit in einen Videostream integriert werden.

Auch Materialien änderbar

Die Informatiker demonstrierten die Fähigkeiten ihrer Software anhand einer Person, die vor einer Webcam steht und mit einem roten T-Shirt bekleidet ist. Auf der Wiedergabe, die auf einem Display erscheint, ist das Kleidungsstück hingegen blau. Die Veränderung fällt ohne Kenntnis des Originals nicht auf, weil die verschiedenen Schattierungen durch Schattenwürfe und ähnliche Effekte mit eingerechnet sind.

Die Fähigkeiten der Software sind dabei allerdings nicht auf Farben beschränkt. Wenn beispielsweise das Reflexionsverhalten der Oberfläche des Objekts verändert wird, lassen sich auch andere Materialien vortäuschen. Dies, so hieß es, schaffe aktuell keine andere Software, der nur ein Bild einer handelsüblichen Kamera zur Verfügung gestellt wird in Echtzeit.
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