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Disney trennt sich nach antisemitischen Videos von YouTuber PewDiePie

Von Witold Pryjda am 14.02.2017 09:18 Uhr
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Der Schwede Felix "PewDiePie" Kjellberg ist der größte Star auf der Videoplattform YouTube. Derzeit hat er 53 Millionen Abonnenten. Er ist für sein loses Mundwerk bekannt, vor kurzem ist dieses mit ihm durchgegangen bzw. gab es in seinen Videos antisemitische Scherze. Diese haben ihn nun einen Deal mit dem Unterhaltungskonzern Disney gekostet.

Die Kontroverse betrifft mehrere Videos, die der 27-jährige Schwede im Januar dieses Jahres veröffentlicht hat. Wie das Wall Street Journal berichtet, gab es darin mehrere Anspielungen auf Juden und Hitler, diese gaben den Ausschlag, dass Disney die Zusammenarbeit mit PewDiePie beendet.

"Auch wenn sich Felix eine große Anhängerschaft erarbeitet hat, indem er provokativ und respektlos ist, ging er in diesem Fall eindeutig zu weit und die resultierenden Videos waren unangemessen", so eine Sprecherin der Maker Studios in einem Statement. Die Maker Studios sind jene Disney-Abteilung, die für die Produktion von YouTube-Videos verantwortlich ist, Kjellberg war dort der zweifellos größte Star.

Schlechte "Scherze"

Die Kontroverse dreht sich wie erwähnt um mehrere Videos, die Kjellberg im Januar sowie Anfang Februar veröffentlicht hat. Der Schwede hat mittlerweile selbst zugegeben, dass die "Witze" zu weit gegangen seien. In den Videos blendete Kjellberg unter anderem zwei (offenbar von ihm bezahlte) Männer ein, die ein Schild mit "Death to All Jews" ("Tod allen Juden") in die Kamera hielten.

In einem anderen Clip gab es einen als Jesus verkleideten Mann zu sehen, der den Nutzern ebenfalls per Schild "Hitler did nothing wrong" ("Hitler hat nichts falsch gemacht") mitteilte. Dazu kommen mehrere eingeblendete Hakenkreuze, eine abgespielte Hitler-Rede und ein Nazi-Gruß mit einem "Sieg Heil"-Voiceover.

Derartige Anspielungen finden sich in insgesamt neun Videos, drei davon hat Kjellberg selbst entfernt. Andere sind nach wie vor auf seinem YouTube-Kanal zu finden (via Forbes). Wie man diese Anspielungen beurteilt, ist jedem selbst überlassen, Disney gingen sie jedenfalls zu weit. Kjellberg hat sich zum WSJ-Artikel nicht direkt geäußert, auf Tumblr schrieb er aber, dass er "keinerlei Hass-Einstellungen" unterstützt.
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