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Mini-Drohne übernimmt Bestäuber-Arbeit der seltener werdenden Bienen

Von Christian Kahle am 13.02.2017 13:45 Uhr
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In Japan wurde eine Drohne erfolgreich getestet, die eine der wohl wichtigsten Aufgaben für die Menschheit überhaupt bewältigen könnte: Die Bestäubung von Blüten. Denn die Erträge der Landwirtschaft sind in vielen Bereichen durch einen unzureichenden Insektenbestand gefährdet.

Insbesondere aus China sind inzwischen Bilder hinlänglich bekannt, auf denen zahlreiche Menschen mit Leitern und kleinen Pinseln durch die Obstplantagen wuseln, um die Bestäubung der Blüten von Apfel- und anderen Bäumen von Hand zu bewerkstelligen. Auch in vielen anderen Gegenden der Erde nimmt der Bestand der dringend benötigten Bestäuber-Insekten immer weiter ab. Nicht nur sind die Ursachen des Bienensterbens bei der domestizierten Honigbiene noch immer nicht endgültig geklärt, auch die zahlreichen wilden Insekten werden immer stärker zurückgedrängt.

Eijiro Miyako vom japanischen Advanced Industrial Science and Technology (AIST) arbeitet daher schon länger an Drohnen, die hier behelfsweise einspringen könnten. Bisherige Versuche waren wenig erfolgreich, doch nun scheinen er und sein Team einen Durchbruch erzielt zu haben. Ein kleiner fliegender Roboter konnte erfolgreiche Bestäubungen durchführen.


Zum Einsatz kam hier ein nur 42 Millimeter großer Quadcopter. Diesen gibt es in seiner Grundform günstig zu kaufen und die Forscher haben lediglich einige Modifikationen durchgeführt, damit er seine Aufgabe wahrnehmen kann. Der Preis eines solchen Gerätes hält sich dadurch in Grenzen. Das Kernelement ist dabei eine Spitze mit feinen Härchen, die mit einem speziellen Gel beschichtet sind. Dieses bietet ausreichend Klebkraft, um Pollen festzuhalten, und ist auch schwach genug, diesen teilweise an den weiblichen Blütenteilen wieder freizugeben.

Die Lilien und die Tulpen

In den ersten Experimenten wurden diverse erfolgreiche Versuche mit Lilien und Tulpen durchgeführt. Hier sorgte allerdings noch ein menschlicher Pilot dafür, dass die Blüten an der richtigen Stelle angeflogen wurden. Angesichts der Entwicklungen in der KI-Bildanalyse dürfte es aber nicht sonderlich kompliziert sein, den Arbeitsablauf komplett zu automatisieren. Dabei ist es natürlich wichtig, dass die Drohne bei einem Arbeitslauf möglichst immer artgleiche Blüten anfliegt, um effizient zu arbeiten.

Aber auch viele solcher Drohnen können die Arbeit der Bestäuber-Insekten letztlich nur in Teilen ersetzen. Gut einsetzbar sind sie sicherlich bei den offenen Blüten von Obstbäumen. Wesentlich komplizierter sind hingegen Schmetterlingsblütler zu bestäuben. Hummeln beispielsweise lernen bei diesen beispielsweise schnell, wie sie die Blüte zu öffnen haben, um hineinzugelangen. Ob sich das auch bei Drohnen in überschaubarem Rahmen umsetzen lässt, ist fraglich.
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