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Behörden stoppten fast 1 Mio. falsch funkende Elektronik-Produkte

Von Christian Kahle am 16.01.2017 18:07 Uhr
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Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr fast eine Million Produktangebote im Netz gesperrt, weil hier Geräte vertrieben wurden, die nicht den zugelassenen Grenzwerten entsprachen. Durch deren Einsatz drohen unter anderem Störungen an anderen Systemen in der Umgebung, die auf Funk-Übertragungen setzen.

Insgesamt erhielten nach Angaben der Behörde 537 Vertriebsplattformen und OnlineShops Aufforderungen, bestimmte Artikel aus ihrem Sortiment zu nehmen. "Ein steigender Anteil der Produkte, die wir aus dem Verkehr ziehen müssen, stammt aus China. Die Produkte können Funkstörungen verursachen und dürfen in der EU nicht vertrieben und betrieben werden", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Einen der Gründe für die immer weitere steigende Zahl nicht zugelassener Produkte ist der immer einfacher werdende Direktimport aus China. Der hiesige Anbieter übernimmt dann nur noch eine Vermittlerrolle und die Waren kommen direkt vom Produzenten in Fernost. Dies dürfte damit zusammenfallen, dass der klassische Einzel-Shop eine immer geringere Rolle spielt und stattdessen große Plattformen diverse einzelne Anbieter auf sich vereinen.

FM-Transmitter und Kopfhörer

Bei den meisten beanstandeten Produkten handelte es sich weiterhin um FM-Transmitter - hier ging es um 744.000 Fälle. Diese sind beispielsweise bei Autofahrern beliebt, die Musik vom Smartphone so über einen kleinen UKW-Sender auf ihr eingebautes Radio übertragen. Allerdings arbeiten zahlreiche dieser Systeme mit einer unzulässig hohen Sendeleistung oder auf falschen Frequenzen.

Gestoppt wurden aber auch 201.000 Funkkopfhörer, die auf Frequenzen arbeiten, die hierzulande für andere Dienste reserviert sind. Hinzu kamen 21.000 Drohnen als relativ neuer Produktbereich. Mit geringerem Anteil waren zum Beispiel Handfunkgeräte, QI Wireless Ladegeräte, Funksteckdosen und Ultraschallgeräte betroffen, so die Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur durchsucht nicht nur selbst das Netz nach entsprechenden Angeboten. Über 10.000 Meldungen gingen auch von Seiten des Zolls ein, der verdächtige Warensendungen stoppte. Es obliegt dann der Behörde, die fraglichen Geräte zu überprüfen. In 88 Prozent der Fälle habe man dabei keine Freigabe für den hiesigen Markt erteilen können.

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