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Facebook will Jagd auf urheberrechtlich geschützte Videos machen

Von Roland Quandt am 29.12.2016 18:31 Uhr
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Facebook arbeitet offenbar an einem Werkzeug für Rechteinhaber, mit dem sie gegen die unlizenzierte Verbreitung von Videos auf den Seiten des Sozialen Netzwerks vorgehen können. Hintergrund sind Beschwerden von Musikkonzernen, die ein härteres Vorgehen gegen die ihrer Meinung illegale Weitergabe von urheberrechtlich geschützten Inhalten über Facebook fordern.

Wie die Financial Times unter Berufung auf mit der Sache vertraute Quellen berichtet, arbeitet Facebook an Werkzeugen, die die bei Facebook veröffentlichten Videoinhalte analysieren und letztlich die Identifikation von nicht offiziell lizenzierten Videos ermöglichen. Dies betrifft angeblich auch Cover-Songs und andere Arten von Videos, die keine direkten Kopien von urheberrechtlich geschützten Inhalten sind.

Der Zeitung zufolge will Facebook zunächst die Erkennung von urheberrechtlich geschützten Videos umsetzen, bevor dann Verhandlungen mit den Plattenfirmen abgeschlossen werden sollen, um letztlich Lizenzabkommen zu schließen, um die legale Verfügbarkeit von kopierten Inhalten zu gewährleisten. Aktuell sollen diese Gespräche noch in ihren Kinderschuhen stecken und vor dem kommenden Frühjahr wird nicht mit Ergebnissen gerechnet.

Anders als YouTube, wo man angeblich innerhalb eines Jahres rund eine Milliarde Dollar an Urheberrechtsinhaber aus der Musikindustrie ausgezahlt hat und schon lange entsprechende Lizenzabkommen bestehen, gibt es bei Facebook keinerlei derartige Vereinbarungen bezüglich der Veröffentlichung von Musikinhalten. Natürlich wollen die Musikfirmen auch bei der Veröffentlichung von Musikvideos auf Facebook an der dabei angezeigten Werbung mitverdienen, was bisher schlichtweg nicht der Fall ist.

Vor einiger Zeit hatte der US-Verband der Musikverleger bei einer Untersuchung festgestellt, dass bei Facebook fast 900 Videos die Runde machten, in denen 33 auf Spitzenplätzen in den damals aktuellen Musikcharts vezreichnete Songs enthalten waren. Diese Clips seien insgesamt mehr als 600 Millionen Mal angesehen worden, was für die Musikindustrie ihrer Meinung nach einen erheblichen Verlust an potenziellen Einnahmen darstellt.

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