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0900er-Abzocke: Bundesnetzagentur kämpft gegen Erotik-SMS-Spam

Von Witold Pryjda am 19.12.2016 13:32 Uhr
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Telefonnummern mit der Vorwahl 0900 können teils empfindliche Rechnungen zur Folge haben, da die dort anfallenden Gebühren mitunter sehr hoch sind. Diese Nummern werden auch gerne von Betrügern für diverse Abzocker-Maschen ausgenutzt. Die Bundesnetzagentur hat nun zahlreiche abgeschaltet und Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote ausgesprochen.

Letzteres bedeutet, dass all jene, die auf derartige Abzocke hereingefallen sind, die daraus resultierenden Rechnungsbeträge nicht bezahlen müssen, wie die Bundesnetzagentur in einer Mitteilung schreibt. Das Inkassierungsverbot hat zur Folge, dass bereits ausgestellte Rechnungen auch nicht eingefordert werden dürfen.

Aktuell geht es vor allem um betrügerische Erotik-SMS: Ein Unternehmen aus Düsseldorf hat massenhaft belästigende Werbe-SMS mit pornographischen Inhalten verschickt, dafür wurden 0900er-Nummern eingesetzt. Wer daraufhin eine dieser Nummern, absichtlich oder nicht, zurückgerufen hat (was die Masche ist) und in Folge viel Geld bezahlen sollte, der bleibt davon verschont.

Laut Bundesnetzagentur ist die Zusendung der SMS rechtswidrig und ohne vorherige Einwilligung der Verbraucher erfolgt. Mindestens in einem Fall gingen dabei SMS auf dem Mobilfunkgerät eines Kindes im Grundschulalter ein. Die hierfür eingesetzten zwölf 0900er-Rufnummern wurden mittlerweile abgeschaltet.

"Zentrales Anliegen"

"Der Schutz von Verbrauchern ist ein zentrales Anliegen der Bundesnetzagentur. Wir gehen konsequent gegen Unternehmen vor, die belästigende Werbenachrichten versenden", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, dazu.

Eigenen Angaben nach hat die Behörde seit Beginn des Jahres mehr als 2600 missbräuchlich eingesetzte 0900-Nummern abgeschaltet, zuvor sind 7200 entsprechende Hinweise von Verbrauchern eingegangen. Die Bundesnetzagentur schreibt, dass Aufklärung und Bekämpfung von SMS-Spam in diesem Jahr einen der Tätigkeitsschwerpunkte bei der Bekämpfung von Wettbewerbsverstößen dargestellt haben.
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