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Musikindustrie: Die 1 Mrd. $ von YouTube ist bei Weitem nicht genug

Von Christian Kahle am 08.12.2016 09:49 Uhr
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Die kürzliche Veröffentlichung von Zahlen zu den Umsatzbeteiligungen der Musikindustrie an YouTube sieht man in der Musikbranche vor allem als Marketing-Maßnahme an. Ein genauerer Blick würde klar machen, dass die Google-Tochter noch immer nicht genug an die Urheber abführt.

Um dem Vorwurf der anhaltenden Knausrigkeit entgegenzutreten hatte YouTube-Manager Robert Kyncl gerade bekannt gemacht, dass man allein in diesem Jahr eine Milliarde Dollar an die Musikbranche überwiesen habe. Das Geld stammt aus den Einnahmen mit Werbung, die im Umfeld von Musikinhalten auf YouTube ausgespielt wird.

Das klingt zwar nach einem großen Batzen Geld - doch auf der Gegenseite zeigt man sich wenig beeindruckt, berichtet die britische BBC. Google habe hier einfach einige aus dem Kontext gerissene Zahlen darüber veröffentlich, was YouTube an die Musikindustrie zahle, erklärte demnach ein Sprecher des Musik-Branchenverbandes IFPI.

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"Die Mitteilung gibt wenig Anlass zum Feiern", führte er aus. Denn man müsse die Angaben dann doch einmal in Verbindung mit anderen Daten betrachten. Weltweit würden immerhin 800 Millionen Nutzer über YouTube Musikinhalte abrufen. Das bedeute, dass YouTube in einem ganzen Jahr gerade einmal etwas mehr als einen Dollar pro User für die Musikbranche generiert.

Dies sei auch im Vergleich zu anderen Online-Services von Apple, Deezer oder Spotify ziemlich wenig. "Beispielsweise hat Spotify im Jahr 2015 allein schon rund 2 Milliarden Dollar an die Musikfirmen ausgezahlt, das entspricht einem Betrag von rund 18 Dollar pro Nutzer", erklärte der IFPI-Sprecher. Und selbst hier gibt es immer wieder Kontroversen, ob dieser Betrag denn überhaupt hoch genug sei. Bei YouTube kann man sich also durchaus darauf einstellen, dass die Musikindustrie jetzt keineswegs lockerlassen wird. Seitens der IFPI wird man wohl dabei bleiben, jetzt von der Politik ein gesetzliches Eingreifen zu fordern, um YouTube zu einer höheren Beteiligung der Musiker zu bringen.

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