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Kaum zu glauben: YouTube und GEMA einigen sich, Aus für Sperrtafeln

Von Witold Pryjda am 01.11.2016 08:58 Uhr
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Es ist eine kleine Sensation und eine mehr als nur gute Nachricht für deutsche Internet-Nutzer und Musikfans: Der Suchmaschinenriese und YouTube-Besitzer Google und die Verwertungsgesellschaft GEMA haben sich nach einem jahrelangen Streit auf ein Vergütungsmodell geeinigt. Das bedeutet auch das Aus für die ungeliebten roten Sperrtafeln und zwar ab sofort.

"Großer Tag"

Die Hölle ist zugefroren: So kann man die ersten Reaktionen auf die soeben bekannt gegebene Einigung zwischen YouTube und der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz GEMA, zusammenfassen. YouTube schreibt in einem Blogbeitrag von einem "großen Tag für die Musiklandschaft in Deutschland", die GEMA fasst zusammen: "Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen und langwierigen Verhandlungen konnte sich die GEMA mit YouTube auf einen Lizenzvertrag einigen."

Google schreibt: "Diese Vereinbarung spiegelt die seit langer Zeit bestehende Verpflichtung wider, sich für eine faire Bezahlung von Komponisten, Songwritern und Musikverlegern einzusetzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Fans auf YouTube ihre Lieblingssongs genießen und neue Musik entdecken können."

YouTube und GEMA einigen sich

Laut dem Suchmaschinenriesen erlaubt die Verpflichtung es YouTube, sich als eine bedeutende Werbe- und Einnahmequelle für Musiker zu etablieren. So wird der Plattform erlaubt, neue und bestehende Fans zu erreichen und mit Werbung in Videos gleichzeitig Geld zu verdienen.

Konkret bedeutet das, dass die ungeliebten roten Sperrtafeln Geschichte sind: "Ab sofort entfallen die sogenannten Sperrtafeln. YouTube wird diese nicht mehr vor Musikvideos schalten, die urheberrechtlich geschütztes Repertoire der GEMA enthalten", schreibt die Verwertungsgesellschaft.

Laut GEMA deckt die Vereinbarung neben dem herkömmlichen werbefinanzierten Dienst auch den neuen Abodienst ab, den YouTube bereits in den USA anbietet und der auch in Europa starten soll.

Finanzielle Details zur Vereinbarungen wurden nicht genannt. Außerdem gibt es auch noch Themen, bei denen es nach wie vor Meinungsunterschiede gibt: Die GEMA dazu: "Weiterhin bestehen unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen YouTube und der GEMA darüber, ob YouTube oder die Uploader für die Lizenzierung der genutzten Musikwerke verantwortlich sind."

Dennoch schlägt die Verwertungsgesellschaft versöhnliche Töne an: "Ungeachtet dieser unterschiedlichen Auffassungen haben sich GEMA und YouTube entschieden, in die Zukunft zu blicken und mit diesem Vertrag eine sichere Grundlage für die Mitglieder der GEMA und der YouTube-Nutzer zu schaffen."

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