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Südkorea: Erste Hausanschlüsse bekommen 50-Gigabit-Upgrade

Von Christian Kahle am 17.10.2016 11:06 Uhr
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Wer wirklich gern viel Bandbreite an seinem Internet-Anschluss hätte, schaut ohnehin schon lange neidisch nach Südkorea. Die aktuellste Entwicklung dürfte einigen Geplagten der hiesigen Breitband-Strategie aber noch stärker die Tränen in die Augen treiben.

Anschluss-Bandbreite im Vergleich

Dort arbeitet der große Netzbetreiber SK Telecom - hier in Form seiner Tochter SK Broadband - gemeinsam mit Nokia an der Weiterentwicklung des Glasfasernetzes. Wie der finnische Konzern nun mitteilte, sind die ersten Installationen einer neuen Technik in Betrieb gegangen, mit der die vorhandenen Kabel wesentlich effizienter genutzt werden können.

Zwar geht es hier um ein Upgrade für die Hausverteiler, deren Bandbreite die Nachbarn sich letztlich untereinander teilen müssen. Doch das dürfte kaum ein Problem sein - immerhin sind die Verteilerkästen nun in der Lage, 52,5 Gigabit pro Sekunde zu bewältigen. Die ersten entsprechenden Upgrades sind in Wohnanlagen in Seoul installiert worden.

Die neue Technologie bildet den Angaben zufolge die Grundlage für die Umsetzung des aktuellsten Ausbau-Plans der SKBroadband. Diese arbeitet aktuell daran, allen Kunden die dies wünschen, einen 10-Gigabit-Anschluss anbieten zu können. Diese sind seit Ende 2014 verfügbar, können bisher aber nur in bestimmten Regionen gebucht werden. Sie stehen in erster Linie als Business-Angebote zur Verfügung.

Gigabit für alle

In Südkorea hatte man sehr früh begonnen, die Daten-Infrastruktur des Landes komplett auf Glasfaser umzustellen. Neubau-Projekte werden beispielsweise seit weit mehr als zehn Jahren schon nur noch genehmigt, wenn die Häuser dann auch mit entsprechenden Leitungen versehen sind. Glasfasern gehören hier also schlicht genauso dazu, wie die Verlegung von Stromkabeln.

Die Regierung des Landes hatte schnelle Internet-Anbindungen schnell als Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung in der Zukunft erkannt. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Nutzer neue Dienste im Netz auch gut nutzen können. Es ist auch klar, dass verschiedene innovative Dienste, die heute noch niemand auf dem Schirm hat, überhaupt erst entstehen werden, wenn eine kritische Zahl von Nutzern über deutlich leistungsfähigere Anschlüsse verfügt. Die Breitband-Strategie Südkoreas sieht daher vor, dass bis 2020 alle Bürger mit 1-Gigabit-Anschlüssen versorgt werden können - symmetrisch natürlich. Diese kosten rund 20 Euro im Monat. Der Standard-Anschluss, der heute gebucht werden kann, bringt 100 Megabit pro Sekunde.
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