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SMS: Der Goldesel der Mobilfunker bricht regelrecht zusammen

Von Christian Kahle am 16.06.2014 10:56 Uhr
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Das einst für die Mobilfunkbetreiber so lukrative Geschäft mit SMS-Nachrichten bricht immer weiter ein. Durch die sich immer weiter verbreitenden Konkurrenten aus dem Bereich der Online-Messenger schrumpfen die Umsätze hier aktuell besonders schnell.

Im letzten Jahr summierten sich die Einnahmen, die die Mobilfunk-Unternehmen mit Kurznachrichten generierten, auf rund 2,1 Milliarden Euro. Das klingt zwar noch immer nach einer ordentlichen Summe, allerdings sind es immerhin 700 Millionen Euro weniger als im vorhergehenden Jahr, berichtete das Nachrichtenmagazin Focus in seiner heutigen Ausgabe.

Immer weiter bergab

Ein Viertel des Umsatzes fiel also bereits weg und auch in diesem Jahr wird sich die Entwicklung aller Voraussicht nach nur leicht abschwächen. "Der SMS-Umsatz wird 2014 weiter um etwa 500 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr zurückgehen", sagte der Telekommunikationsexperte Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen gegenüber dem Magazin.

Vor allem WhatsApp sorgt dafür, dass den Mobilfunkern immer mehr bisherige Kunden den Rücken kehren - zumindest was die Kommunikation über SMS angeht. Der kürzlich von Facebook übernommene Messenger hat nach eigenen Angaben inzwischen 32 Millionen Nutzer in Deutschland. Wegen der Abwanderung sank die Zahl der versandten SMS, die in den Jahren von 2006 bis 2012 noch stetig von 22 Milliarden auf 60 Milliarden gestiegen war, im vergangenen Jahr auf nur noch 37,9 Milliarden.

Der SMS-Versand in Zahlen

Für die Netzbetreiber ist die Entwicklung doppelt bitter. Denn ihnen brechen nicht nur die Einnahmen bei einem ihrer eigenen Dienste weg, sondern ausgerechnet auch noch bei jenem, der im Grunde als Abfallprodukt des GSM-Standards nur sehr geringe Investitionen erforderte, um gute Gewinne abzuschöpfen. Statt dessen wird nun von den Unternehmen erwartet, dass ihre Mobile-Internet-Infrastruktur mit hohen Investitionen auf immer besseres Niveau gebracht wird, währen die Einnahmen zu einem guten Teil an andere Dienste-Anbieter fließen.
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