Wikileaks enthüllt 250.000 US-Botschaftsberichte

Von Michael Diestelberg am 29.11.2010 08:04
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Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat in der Nacht vom Sonntag zum Montag ihren dritten Coup innerhalb eines halben Jahres gelandet. Es wurden mehr als 250.000 Berichte von US-Botschaften veröffentlicht, die an das US-Außenministerium adressiert waren.

Die teilweise als geheim eingestuften Depeschen zeigen, "wie Amerika die Welt sieht", titelt der Spiegel in seiner heutigen Ausgabe. Wieder einmal hat Wikileaks mit einigen Medien zusammengearbeitet, um das umfangreiche Material auszuwerten. Neben dem Spiegel gehören dazu die New York Times, der Londoner Guardian, der Pariser Monde und der Madrider País.

Sämtliche Politiker werden von den US-Botschaftern der unterschiedlichen Länder genau analysiert. Die Erkenntnisse werden ungeschönt niedergeschrieben und an das US-Außenministerium geschickt. Ein kleiner Teil der Dokumente wird von den USA so brisant eingestuft ("Noforn"), dass er niemals einem Ausländer gezeigt werden darf.

'Spiegel Online' wird im Laufe der Woche die Analysen des Spiegel veröffentlichen. So erfährt man beispielsweise, dass Kanzlerin Angela Merkel von den Amerikanern nicht gerade als Top-Verbündete gesehen wird, da sie "keine mutigen Schritte" unternommen hat, um die Beziehungen gegenüber den USA zu verbessern. Über Außenminister Westerwelle wird gesagt, dass seine Gedanken "wenig Substanz" hätten. Interessant wird es auch in den Berichten über die "Problemstaaten" im Mittleren Osten.

Wikileaks veröffentlicht das Rohmaterial nach und nach unter cablegate.wikileaks.org.


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