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Neues Problem: (UKW-) Sendetürme werden verkauft, Zukunft ungewiss

Von Nadine Juliana Dressler am 21.06.2018 19:26 Uhr
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Kaum ist ein Problem für den UKW-Weiterbetrieb vom Tisch, folgt das nächste: Die Deutsche Funkturm soll aktuell einen Verkauf von Sendetürmen planen. Die Tragweite des Verkaufs ist kaum abzuschätzen.

Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender durch den Rundfunkbeitrag

Das berichtet die Newsseite Teltarif mit dem Vermerk auf ein ihnen vorliegendes internes Dokument, in dem der Vorsitzende des Privatradioverbands APR Felix Kovac, den Staatssekretär Dr. Ulrich Nußbaum vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie darüber in Kenntnis setzt und Fragen zu neuen gesetzlichen Regelungen aufwirft. Die DFMG (Deutsche Funkturm GmbH), ein Tochter-Unternehmen der Deutschen Telekom, soll seine Sendetürme auf dem Markt anbieten. Bestätigungen - oder Dementi - gibt es bisher aus den Unternehmenskreisen noch nicht.

Großteil der UKW-Sendeanlagen auf Türmen der DFMG

Der Verkauf könnte dann Folgen nach sich ziehen, die laut Teltarif noch verheerender seien als beim gerade ad acta gelegten Antennenstreit. Und das ist auch verständlich, denn das bisher angedrohte Aus für den UKW-Betrieb zahlreicher Sender rührte nur von dem Verkauf einiger Antennen durch die Freenet-Tochter Media Broadcast her. Wenn nun ein zweiter großer Player nach Media Broadcast sein Geschäftsmodell durch den Verkauf von Sendetürmen ändern will, dürften die Folgen für die Hörer deutlich spürbar werden. Denn, so Teltarif, "der Großteil der UKW-Sendeanlagen wird auf Türmen der DFMG betrieben".

Höhere Mietpreise

Zudem viermietet die DFMG die Türme auch für weitere Funkdienste. Dazu gehört das digital-terrestrisches Fernsehen (DVB-T2), digital-terrestrisches Radio (DAB+), Mobilfunk, Bündelfunk und Polizeifunk. "Allen Betreibern drohen höhere Mietpreise", so Teltarif.

"Da die Standortmieten den ganz überwiegenden Teil der Endkundenpreise ausmachen, wäre hier das Problem ökonomisch gesehen sogar noch größer als bei den UKW-Antennen", warnt der Vorsitzende des Privatradioverbands APR Felix Kovac daher.

Die Verhandlungen mit den neuen Partnern dürften langfristig werden. Es droht nun also wieder ein weiteres Bangen nicht nur für alle Liebhaber des klassischen UKW-Empfangs.

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