Jetzt auch mobil Kommentieren!

Nach Protesten: Google beendet Drohnen-Projekt mit dem Pentagon

Von Tobias Rduch am 03.06.2018 09:22 Uhr
16 Kommentare
Der Suchmaschinenkonzern Google möchte sich zukünftig nicht mehr an der Entwicklung von Algorithmen für US-amerikanische Kampfdrohnen beteiligen. Der bestehende Vertrag wird im nächsten Jahr auslaufen, viele Mitarbeiter des Konzerns hatten gegen die Kooperation mit dem Pentagon protestiert.

Über das sogenannte "Project Maven" hat Google das US-amerikanische Militär seit einiger Zeit mit KI-Algorithmen unterstützt. Die Software wertet Videos von Drohnen aus und ermöglicht eine Zielerkennung ohne menschliche Hilfe, wodurch auch bewaffnete Kampfdrohnen die Möglichkeit hätten, ein militärisches Ziel selbstständig zu bekämpfen. Der New York Times zufolge soll der Vertrag mit dem Pentagon nicht erneut verlängert werden, das hatte Google Cloud-Chefin Diane Greene am Freitag bekanntgegeben.

Der Sport der Zukunft: Drohnen-Racing

Einige Mitarbeiter hatten gekündigt

Viele Mitarbeiter des Unternehmens waren schon aus ethischen Gründen nicht mit dem Drohnen-Projekt einverstanden. Einige Angestellte haben daraufhin kurzerhand die Kündigung eingereicht. Zudem hatten Experten befürchtet, dass Googles Image sich schnell verschlechtern könnte. Darüber hinaus hatten hunderte Wissenschaftler ihre Bedenken in einem offenen Brief an die Geschäftsleitung des Mutterkonzerns Alphabet geäußert und eine schnelle Beendigung des Projekts gefordert.

Es gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich, dass Google den Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium vorzeitig kündigt. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten und wird im kommenden Jahr auslaufen. Das Pentagon hat bislang noch kein Statement zu der Situation veröffentlicht. Grundsätzlich spielen KI-Systeme im Militär eine große Rolle, da Entscheidungen automatisiert und schnellere Reaktionen hervorgerufen werden können.
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
16 Kommentare lesen & antworten
Verwandte Themen
Roboter
Hoch © 2000 - 2018 WinFuture Impressum Datenschutz