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Uber und Google: Gestern vor Gericht, morgen vielleicht Partner

Von Witold Pryjda am 31.05.2018 14:04 Uhr
Die Pläne zu einem autonomen Auto des Mitfahrdienstes Uber haben vor einigen Wochen einen herben Rückschlag erlitten, da ein Testfahrzeug des Startups an einem tödlichen Unfall beteiligt war. Davon wird sich das Uber-Programm womöglich nicht erholen.

Deshalb erwägt Uber nun eine Partnerschaft mit Waymo und das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die Untersuchung des tödlichen Unfalls in Tempe, Arizona läuft immer noch, es ist aber wenig wahrscheinlich, dass sich Ubers Testprogramm für autonome Autos davon erholen wird. Viele halten das für eine gute Sache, denn Uber gilt als skrupellos und hat auch das Image, gerne einmal den schnellen und nicht den sicheren Weg zu nehmen.

Musterschüler Waymo

Als Gegenbeispiel in Sachen Sicherheit wird gerne Waymo zitiert, die Forschung der Tochter von Google bzw. Alphabet gilt als vorbildlich und auch als besonders gründlich. Uber-CEO Dara Khosrowshahi hat nun auf einem Podiumsgespräch auf der Code Conference von Recode laut darüber nachgedacht, ob man nicht mit Waymo kooperieren kann (via Cnet).


Selbstgespräche?

Khosrowshahi meinte, dass Uber auf die "sicherste Art und Weise auf die Straße zurückkehren" will. Man führe auch Gespräche mit Waymo, um "ihre Autos in unserem Netzwerk zu verbinden". Ob das mehr als Selbstgespräche von Uber sind, darf aber durchaus etwas angezweifelt werden.

Denn Uber wurde vor einigen Monaten von Waymo auf satte 1,8 Milliarden Dollar verklagt, dabei ging es u. a. um schwerwiegende Vorwürfe eines umfangreichen Technologie-Diebstahls. Die beiden Unternehmen einigten sich letztlich außergerichtlich, Google bekam 0,34 Prozent von Ubers Eigenkapital, das sind geschätzte 245 Millionen Dollar, Uber musste sich überdies einverstanden erklären, von Google-Technologien die Finger zu lassen.

Im IT-Geschäft geht es zwar vor allem ums Geld, doch es ist durchaus fraglich, ob man Uber in Mountain View nach dieser Vorgeschichte mit offenen Armen empfangen will. Und auch Khosrowshahi klingt nicht gerade überoptimistisch: "Wenn daraus (den Gesprächen) was wird, super. Wenn nicht, dann können wir auch damit leben."
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