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Microsoft: Dual-Screen-Tablet "Courier" kam nicht wegen Metro-Apps

Von Markus Kasanmascheff am 09.05.2018 20:13 Uhr
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Microsoft hat sich erstmals offiziell zu seinem im Jahr 2010 fast er­schie­ne­nen Dual-Screen-Tablet mit dem Namen "Courier" geäußert. Einer der damals beteiligten Designer gab im Rahmen der Entwicklerkonferenz Build 2018 bekannt, warum sich der damalige Konzernchef Steve Ballmer letztlich gegen das Gerät entschied.

Jon Friedman, der damals bei der Entwicklung des innovativen Geräts involviert war, plau­der­te während einer Build-Präsentation aus dem Nähkästchen. Das "Courier" sei mit einer angepassten Windows-Version entwickelt worden, als sich Microsoft für einen Stra­te­gie­wech­sel hin zu Windows 8, Windows Phone 8 und dem damals neuen Konzept der Metro-Apps be­fand.

Da das Courier aber keine Metro-Apps ausführen konnte, und offenbar auch nicht ein entsprechend weiterentwickeltes Windows unterstützte, habe sich Ballmer letztlich gegen das Gerät entschieden. Der Dual-Screen-Computer sei für das Anfertigen von Notizen, Emails und andere Produktivitätsanwendungen ausgelegt gewesen.

Bezug zu Project Andromeda

Dass Microsoft das Thema im Jahr 2018 an die Öf­fent­lich­keit bringt, könnte seine Gründe ha­ben. Seit Monaten ranken sich diverse Gerüchte um ein in der Entwicklung befindliches Faltgerät mit Codenamen "Project Andromeda". Dieses soll durch innovative, unsichtbare Scharniere die Illusion einer ungeteilten Bildschirmfläche ermöglichen. Vielleicht will man bei Microsoft die Reaktion der Entwicklergemeinde und Fachpresse auf ein solches Gerät erkunden.

Die ersten Courier-Patente haben immer noch Bestand und wurden von Microsoft durch neue Patente ergänzt, was dem Konzern einen gewissen technologischen Vorsprung gibt. Dass es sich bei Project Andromeda um mehr als Grundlagenforschung handelt, legt auch das Auf­tau­chen des Codenamen in neueren Windows 10 SDK-Builds nahe.

Gerüchte und Wunschträume zu einem von Microsoft entwickelten Surface Phone gibt es schon seit Jahren. Dass Microsoft seine mobilen Ambitionen mit dem Ende von Windows 10 Mobile nicht komplett aufgegeben hat, wird auch durch die Arbeit an einem modularen OS-Nachfolger von Windows 10 deutlich, der sich leicht für Mobilgeräte adaptieren ließe. Die Na­mensverwandtschaft mit "Project Andromeda" dürfte ebenfalls kein Zufall sein.
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