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Shazam-Übernahme durch Apple wird von EU-Kommission genau beäugt

Von Nadine Juliana Dressler am 24.04.2018 18:06 Uhr
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Es hatte sich im Grunde im Februar angekündigt: Die EU-Kommission wird sich die Übernahmepläne von Apple für den Musikerkennung-Service Shazam genauer anschauen und auf mögliche Einschränkungen für Kunden hin überprüfen. Ein Ergebnis soll erst im September vorliegen.

Die Brüsseler Behörde bestätigte nun, eine offizielle Untersuchung eingeleitet zu haben. Vor zwei Monaten war bereits durchgesickert, dass es gleich aus mehreren Ländern einen so genannten Antrag zur Fusionskontrolle gegeben hatte und die EU sich dem Fall annehmen wolle. Nun wird es laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager eine Prüfung geben, die zeigen soll, ob die Auswahlmöglichkeiten an Streaming-Diensten aufgrund des geplanten Zusammenschlusses nicht eingeschränkt werde, ob Apple Kundendaten für die Abwerbung nutzen könnte und wie sich das auf den Wettbewerb auswirken könnte.


"Die Art und Weise, wie Menschen Musik hören, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt - immer mehr Europäer nutzen Musik-Streamingdienste", so Vestager über die Arbeit der Kommission. "Durch unsere Untersuchungen möchten wir sicherstellen, dass Musikliebhaber auch weiterhin ein attraktives Angebot an Musik-Streamingdiensten nutzen können und ihre Auswahlmöglichkeiten aufgrund dieses geplanten Zusammenschlusses nicht eingeschränkt werden."

Was ist mit den Kundendaten

Genauer heißt es, die Kommission befürchte, dass Apple nach der Übernahme von Shazam Zugang zu wirtschaftlich sensiblen Kunden­daten konkurrierender Anbieter erlangen könnte. "Der Zugang zu derartigen Daten würde es Apple ermöglichen, die Kunden konkurrierender Anbieter gezielt anzusprechen und zu einem Wechsel zu 'Apple Music' zu ermutigen", heißt es in einer Stellungnahme über die EU-Untersuchung.

Die Untersuchungen werden ergebnisoffen geführt.

Apple hatte sich mit Shazam Ende 2017 auf die Übernahme geeinigt. Wie es heißt, sollen rund 400 Millionen Dollar geflossen sein.

Shazam identifiziert auch TV-Inhalte
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