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Netflix fühlt sich von Festspielleiter in Cannes gemobbt und sagt ab

Von Nadine Juliana Dressler am 12.04.2018 19:28 Uhr
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Der US-Streaming-Anbieter Netflix hat verschnupft auf den Ausschluss seiner Produktionen bei den Filmfestspielen in Cannes reagiert. Der zuständige Manager Ted Sarandos hat nun mitgeteilt, dass Netflix sein Engagement für das Festival einstelle und keine Produktionen außer Konkurrenz zeigen werden.

Für Netflix ist damit das Experiment Cannes abgeschlossen. Nachdem der Streaming-Riese mit seinem Start im vergangenen Jahr bei den Filmfestspielen schon eine Vielzahl an Kino-Enthusiasten gegen sich aufgebracht hatte, wird es nun vorerst keinen Auftritt der Netflix-Eigenproduktionen in Cannes geben. In einem Interview mit dem US-Magazin Variety bestätigte Ted Sarandos, dass man dem Festival in diesem Jahr fernbleibe.

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Vom Wettbewerb ausgeschlossen

Zuvor hatte der künstlerische Leiter der Filmfestspiele in Cannes, Thierry Fremaux, bekannt gegeben, dass man die Produktionen des Streaminganbieters in diesem Jahr vom Wettbewerb ausgeschlossen hat. Damit kann keine der Netflix-eigenen Produktionen für die "Goldene Palme" starten. Genaue Hintergründe bleiben unklar, man muss aber davon ausgehen, dass es zum einen mit dem verpatzen Start von Netflix 2017 zu tun hat und zum anderen wohl vor allem damit, dass Netflix für eine Generation an Film-Konsumenten steht, die ganz anders ticken als Kino-Fans. Es gibt zudem noch einen Streit darum, ob Filme nicht zunächst zumindest in Frankreich im Kino gelaufen sein müssen, um im Wettbewerb für die Goldene Palme mitmachen zu können.

Unfaire Behandlung?

Sarandos bestätigte in dem Gespräch mit Variety aber, dass sich Netflix sehr ungerecht behandelt fühle. Als Vertreter der Produzenten von Netflix könne er nicht verstehen, warum man vom Wettbewerb ausgeschlossen werde. Ob man dabei noch von einem fairen Wettbewerb sprechen kann, muss auch in Frage gestellt werden. Beim Auftritt 2017 gab es für Netflix Buhrufe - laut Augenzeugen richtete sich das nicht gegen den gezeigten Film, sondern nur gegen das Unternehmen Netflix.

Ein weiteres Engagement käme daher für das Unternehmen nicht in Frage.
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