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Cannes: Streamer Netflix vom Rennen um Goldene Palme ausgeschlossen

Von Witold Pryjda am 26.03.2018 09:18 Uhr
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Was macht einen guten Film aus? Für so manches Filmfestival, allen voran das von Cannes, der Umstand, dass er zuerst im Kino zu sehen ist. Für Netflix hingegen ist ein guter Film schlichtweg ein guter Film, unabhängig davon, wo er zu sehen ist. In Südfrankreich kommt es demnächst erneut zum Aufeinanderprallen dieser Philosophien.

Netflix weiter auf Wachstumskurs

Für die Veranstalter von Cannes, wo regelmäßig die Palme d'Or, also die Goldene Palme, vergeben wird, muss ein Film zwingend zuerst im Kino veröffentlicht werden. Ist das nicht der Fall, dann ist dieser Streifen auch nicht preiswürdig. Das ist jedenfalls die Richtlinie, die bei der nächsten Ausgabe des Festivals gelten wird.

Denn für die Goldenen Palmen, die das nächste Mal zwischen 8. und 19. Mai vergeben werden, kommen nur Filme in Frage, die eine Kinoveröffentlichung vorzuweisen haben. Streaming-Anbieter, allen voran Netflix, sind vom Festival zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, können ihre Produktionen laut Festival-Chef Theirry Fremaux aber nur am Rande bzw. außerhalb des Wettbewerbes zeigen, wie The Hollywood Reporter berichtet.

Netflix zeigt den offiziellen Trailer zum Drama Okja

Kampf der Philosophien

Im vergangenen Jahr durfte Netflix noch am Wettbewerb teilnehmen und hatte "Okja" von Bong Joon-ho and "The Meyerowitz Stories" von Noah Baumbach im Rennen um eine Palme. Das hat für teils heftige Diskussionen gesorgt, denn viele Traditionalisten halten den Streaming-Emporkömmling für unwürdig und sogar geschäftsschädigend, Verteidiger von Netflix meinten hingegen, dass die Filme für sich stehen sollten.

Fremaux zog nun aber einen Schlussstrich unter die Diskussion, zuvor hatten u. a. französische Filmemacher und -verbände gegen Netflix protestiert. Der 57-Jährige hat im Vorjahr noch das Risiko auf sich genommen, die beiden Netflix-Filme nach Cannes zu holen.

Fremaux wollte Netflix auf diese Weise auch überzeugen, die Filme auch im Kino zu veröffentlichen. Netflix war auch zu einer zeitlich begrenzten Vorführung von unter einer Woche bereit, das aber verbieten die strengen französischen Kinoausstrahlungsgesetze.
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