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Games und Gewalt: Weißes Haus hat einen Sündenbock gefunden

Von Witold Pryjda am 09.03.2018 15:04 Uhr
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Nach dem Schulmassaker von Parkland, Florida, versucht die US-Politik einen Schuldigen zu finden. In Videospielen hat man einen Sündenbock gefunden, weshalb man Industrie-Vertreter und Abgeordnete ins Weiße Haus geladen hat. Dabei hat man auch einen Videozusammenschnitt erstellt, der beweisen soll, wie gewalttriefend Spiele sind.

US-Präsident Donald Trump hat gestern zu einem privaten Treffen geladen, um die Auswirkungen von Spielegewalt auf Kinder und Jugendliche zu diskutieren. Laut Washington Post hat Trump dazu Vertreter der Industrie eingeladen, darunter ZeniMax-CEO Robert Altman sowie Strauss Zelnick, Chef von Take Two Interactive. In erster Linie waren aber republikanische sowie konservative Politiker anwesend, diese forderten eine Verschärfung der entsprechenden Gesetze.

Um zu beweisen wie gewalttätig Games sein können, hat man einen Zusammenschnitt besonders schlimmer Szenen erstellt. Dieses Video kann man auf der YouTube-Seite des Weißen Hauses sehen. Die Szenen, die man dort zu sehen bekommt, sind tatsächlich brutal und sehr blutig (Anmerkung: Wir betten es bewusst nicht ein, da es mit dem deutschen Jugendschutz aller Wahrscheinlichkeit nicht vereinbar ist), es fehlt aber auch jeglicher Kontext.

Zu den Spielen, die das Weiße Haus ausgewählt hat, zählen unter anderem Call Of Duty: Black Ops, Call Of Duty: Modern Warfare 2, Fallout 4, Sniper Elite 4, The Evil Within, und Wolfenstein: The New Order.

Kein Zusammenhang

Vertreter der Entertainment Software Association (ESA), der Lobbyorganisation der Spieleindustrie beteuerte bei dem Treffen mehrfach, dass es keine wissenschaftlichen Beweise zwischen Games und echter Gewalt gebe, man verwies außerdem auf bestehende Schutzmechanismen wie Alterseinstufungen.

Nach dem Treffen musste der republikanische Senator Marco Rubio zugeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Parkland-Massaker und Spielen gebe, so die Washington Post. Rubio wurde übrigens kurz nach der Schreckenstat von einem überlebenden Schüler auf offener Bühne bloßgestellt, da er sich gegen eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen hat. Grund: Rubio hat Geld von der Waffenlobby NRA bekommen.
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