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Auch AMD fängt jetzt mehrere Klagen wegen des Umgangs mit Spectre

Von Christian Kahle am 23.02.2018 14:48 Uhr
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Auch der Chiphersteller AMD wird vor einem Gericht zu erklären haben, warum zahlreiche Nutzer mit unsicheren Prozessoren versorgt wurden. In den USA sind inzwischen mehrere Klagen gegen das Unternehmen anhängig. Diese haben die Sicherheitslücke Spectre, die Anfang des Jahres bekannt wurde, zum Gegenstand.

Auf den Punkt bringt es dabei der Vorwurf zweier Verbraucher, die sich von AMD getäuscht fühlen. Das Unternehmen habe schlicht falsche Angaben zu der Qualität seiner Chips gemacht. Laut den Klägern habe AMD schon vor Monaten oder gar vor noch längerer Zeit von dem Problem erfahren. Der Verkauf der fehlerhaften Prozessoren sei aber fortgesetzt worden, als wenn es keinen Bug gäbe - und das zu Preisen, die deutlich über dem lagen, was Nutzer wohl bezahlt hätten, wären sie über die Schwachstelle informiert gewesen, berichtet das US-Magazin Neowin.

In der zweiten Klageschrift ist der Ton nicht weniger rau: Hier erklärt man, dass AMD entweder nicht in der Lage oder Willens gewesen sei, für Abhilfe zu sorgen - entweder durch eine nachträgliche Reparatur oder durch die Bereitstellung eines nicht anfälligen und vergleichbaren Prozessors. Erschwerend komme hinzu, dass die Patches bis heute nicht hinreichend in der Lage sind, alle Spectre-Varianten komplett unschädlich zu machen.

Auch PR-Geschwätz wird angeprangert

Irreführende Angaben zu den Schwachstellen sind hingegen der Gegenstand einer dritten Kla­ge­schrift. In dieser wird dem Hersteller vorgeworfen, die Kunden nicht in aller Klarheit über die Probleme, die mit den Sicherheitslücken verbunden sind, aufgeklärt zu haben. Statt­des­sen wurde immer wieder versucht, sich mit PR-Sprache noch möglichst gut darzustellen.

AMD kann dabei von Glück reden, nur von Spectre betroffen zu sein. Intel muss zusätzlich noch mit Meltdown kämpfen. Beide Probleme haben aber im Wesentlichen die gleiche Grund­la­ge, nämlich dass die Performance heutiger CPUs nicht nur aus ihrer eigentlichen Leistung herrührt, sondern auch aus den so genannten spekulativen Berechnungen. Hier werden brachliegende Teile des Chips dafür eingesetzt, Operationen durchzuführen, die eventuell ohnehin gleich anstehen - und sollte dies dann doch nicht der Fall sein, verwirft man die Ergebnisse. Allein dieses Verfahren, das seit über 20 Jahren zum Normalfall gehört, trägt bis zu 30 Prozent zur Leistung bei.

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