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Mobilfunk ist in Deutschland nicht nur teuer - sondern auch schlecht

Von Christian Kahle am 21.02.2018 13:34 Uhr
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Deutsche Internet-Nutzer stehen nicht nur beim Glasfaser-Ausbau auf verlorenem Posten - auch die Zusage, dass die hohen Mobilfunkpreise sich durch eine hervorragende LTE-Infrastruktur rechtfertigen, ist schlicht nicht haltbar. Technisch liegen die hiesigen Netze ebenfalls deutlich zurück, wie aktuelle Statistiken von OpenSignal zeigen.

Die schnellsten LTE-Netze Europas

Die Firma bietet eine App an, mit der Smartphone-Nutzer sich über den Zustand ihrer aktuellen Mobilfunk-Zelle informieren und offene WLANs in der Umgebung finden können. Die führt dann dazu, dass auch der Anbieter ein umfangreiches Daten-Bild über die Infrastruktur in zahlreichen Ländern bekommt. In den aktuellen "State of LTE"-Bericht sind entsprechend Werte aus 88 Ländern auf allen Kontinenten eingeflossen.

Betrachtet man ausschließlich Europa, liegen die deutschen Mobilfunk-Infrastrukturen bei den realen Bandbreiten abgeschlagen auf Platz 32. Im Durchschnitt konnten die Smartphone-Nutzer, die über die OpenSignal-App Daten beisteuerten, LTE-Verbindungen mit 22,7 Megabit pro Sekunde im Downstream nutzen. In den Niederlanden und Norwegen wurden mit jeweils über 40 Megabit pro Sekunde fast das Doppelte gemessen. Im internationalen Vergleich sieht das Ganze natürlich nicht wesentlich besser aus - nur dass es hier immerhin noch ein paar Länder mit wesentlich langsameren Netzen gibt.

Auch Verfügbarkeit ist mies

Schlecht stehen die deutschen Netzbetreiber auch bei der Verfügbarkeit da. Diese erreichte hier einen Wert von 65,7 Prozent, während die meisten Länder in der Top 10 auf über 80 Prozent kommen. Spitzenreiter ist hier in Europa ausgerechnet Norwegen: Obwohl das Land ziemlich zerklüftet und dünn besiedelt ist, kommt man immerhin auf eine Verfügbarkeit von 92,2 Prozent. Um zumindest halbwegs so wenig zuverlässige Verbindungen wie bei uns zu bekommen, muss man schon nach Bulgarien reisen, wo man auf 74 Prozent kommt.

Mobilfunk: Datenvolumen pro 30 Euro

Fairerweise muss man hinsichtlich der Verfügbarkeit sagen, dass die Netzbetreiber nicht unbedingt allein schuld sind. Auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sorgen für Probleme. So fühlt sich beispielsweise niemand bemüßigt, mit ausreichend Nachdruck daran zu arbeiten, dass die hunderttausende Nutzer der U-Bahn in der Bundeshauptstadt Berlin wenigsten 3G-Verbindungen bekommen. Und im ländlichen Raum muss auch jeder Anbieter seine eigene Infrastruktur ausrollen - anders als in einigen anderen Ländern, wo man die Mobilfunk-Anlagen gemeinsam und damit viel wirtschaftlicher betreiben darf.

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