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Windows auf ARM in Gefahr: Chromebooks mit Snapdragon 845 bestätigt

Von Roland Quandt am 06.02.2018 16:23 Uhr
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Google und Qualcomm werden wohl bald die ersten Chromebooks auf Basis von Snapdragon-Prozessoren auf den Markt bringen. Damit zieht Google mit Chrome OS zumindest in Sachen Konnektivität endgültig mit Windows 10 gleich, hatte Microsoft doch erst im Dezember die ersten ARM-Laptops mit LTE-Modem auf Windows-Basis vorgestellt.

Wie seit kurzem jedermann in einem Bereich auf der von der Linux Foundation betriebenen und durch Qualcomm unterstützten Entwicklungsplattform Code Aurora Forum nachlesen kann, arbeiten die Entwickler seit kurzem an der Adaption von Chrome OS für Chromebooks auf Basis des Qualcomm Snapdragon 845. Dort wurde für die ersten Arbeiten ein entsprechender Projekt-Bereich eingerichtet.

Qualcomm Snapdragon 845

Konkret wird beim Code Aurora Forum (CAF) nun daran gearbeitet, Coreboot als Bootloader für das Chrome OS als High-Level Operating System (HLOS) zum Laufen zu bekommen. Google setzt die Verwendung von Coreboot als Bootloader grundsätzlich voraus, so dass die Entwickler zunächst den sogenannten eXtensible BootLoader (XBL) ersetzen müssen, den Qualcomm sonst bei Geräten mit seinen Chips in Verbindung mit Android verwendet.

Das Team will nun also einen Bootloader-Stack auf Basis von Coreboot schaffen, um so die Verwendung von Chrome OS auf Geräten mit dem Qualcomm Snapdragon 845 zu ermöglichen. Coreboot wird von Google seit Jahren zusammen mit Chrome OS eingesetzt und ist im Grunde eine extrem minimal gestaltete Basis, um ein Mainboard mit all seinen Komponenten innerhalb einer möglichst kurzen Zeit zu starten.

Mit einer erfolgreichen Adaption von Coreboot für den Snapdragon 845 wird der Einsatz auf Chromebooks möglich, sodass Google und sein Hardware-Partner Qualcomm zeitnah die ersten Geräte auf dieser Basis präsentieren dürften. Google versucht auf diese Weise wohl mit Microsoft gleichzuziehen, um bald ebenfalls LTE-fähige Laptops mit enormen Laufzeiten anzubieten.

Bisher gibt es keine Chromebooks mit Qualcomm-CPU

Zwar gibt es bereits Chromebooks mit ARM-Prozessoren, schließlich unterstützen sowohl MediaTek als auch der chinesische Hersteller Rockchip mit ihrem ARM-Chips Googles Cloud-Betriebssystem. Der Löwenanteil der aktuell im Markt verfügbaren Chromebooks läuft aber noch immer mit Intel-Prozessoren.

Im Vergleich zu den ARM-Chips der Konkurrenz dürfte Qualcomms neuer Octacore-SoC mit seinen bis zu 2,8 Gigahertz Taktrate vor allem durch eine enorme Leistung punkten. Besonders günstig dürften die damit ausgerüsteten künftigen Chromebooks aber nicht werden, schließlich lässt sich Qualcomm seine High-End-Chips seit jeher auch entsprechend teuer bezahlen.

Für Microsoft bedeutet dies allerdings, dass man kräftige Konkurrenz bekommt, was Windows 10 auf ARM-Geräten angeht. Die Gerätehersteller hingegen dürften sich freuen, bekommen sie doch eine weitere Möglichkeit, Varianten ihrer neuen Snapdragon-Plattformen für Notebooks einzusetzen - um so im gerade in den USA sehr stark von Chromebooks dominierten Markt für Bildungs-Hardware zu punkten.

Siehe auch: Qualcomm Snapdragon 845 Launch: Alle Infos zum neuen High-End-SoC
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