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Teures Windows 10: So viel müssen die PC-Hersteller künftig blechen

Von Roland Quandt am 06.02.2018 15:24 Uhr
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Da Microsoft derzeit seine Strategie rund um Windows 10 im Pri­vat­kun­den­markt ändert, passt der Softwarekonzern auch die Lizenzkosten an, welche die PC-Hersteller zahlen müssen. Dabei machen die Redmonder die Höhe der Preise nun noch stärker von der verwendeten Hardware abhängig.

Wie Microsoft-Spezialist Paul Thurrott berichtet, liegen ihm umfangreiche interne Papiere von Microsoft vor, in denen neben der Kategorisierung des PC-Marktes in bestimmte Gerätearten auch Informationen zur OEM-Preisgestaltung enthalten sind. Nur höchst selten gelangen entsprechende Details überhaupt an die Öffentlichkeit, so dass es bemerkenswert ist, wenn sich nun jeder selbst ein Bild davon machen kann, welcher Anteil des Preises seines neuen PCs für die Windows-Lizenz draufgeht. Je nach Ausstattung können dies sogar fast 250 Dollar sein.

Unter anderem halten neue Windows-SKUs Einzug, also spezielle Lizenz- und Ausstattungsvarianten für bestimmte Arten von PC-Systemen. Besonders auffällig ist, dass Microsoft einmal mehr versucht, im mittleren Preisbereich zusätzliche Gewinne abzugreifen. So ist nicht nur der Umstand bemerkenswert, das es von den absoluten Einsteigermodellen mit 25 Dollar für eine OEM-Lizenz recht zügig auf mindestens 65 Dollar beim "Durchschnitts-PC" hochgeht. Hinzu kommt, dass sogar bei Verdopplung der ohnehin mageren SSD-Speicherkapazität von nur 32 auf immer noch spärliche 64 GB der Preis von 25 auf 45 Dollar klettert.

OEM-Lizenzkosten für Consumer-PCs:


Preis Windows 10-SKU Ausstattung des PCs
25$ Home, Home Advanced, Home in S Mode auf Einsteiger-PCs Atom/Celeron/Pentium CPU, max. 4 GB RAM, max. 32 GB SSD
45$ Home, Home Advanced, Home in S Mode auf "Value"-PCs Atom/Celeron/Pentium CPU, max. 4 GB RAM, max. 64 GB SSD
65-86$
(je nach Zielmarkt)
Home, Home Advanced, Home in S Mode auf Mainstream-PCs Mittelklasse-PCs mit ausreichender Hardware für "Home Advanced" (Core) = sozusagen der Durchschnitts-PC
87$ Home Advanced, Home in S Mode auf "Core+"-PCs Premium- und Oberklasse-PCs mit High-End-Ausstattung und höheren Preisen
101$ Home Advanced, Home in S Mode auf "Advanced PCs" High-End-PCs mit absoluter Top-Ausstattung, z.B. Intel Core i9, Core i7 Hexacore, AMD Threadripper

OEM-Lizenzkosten für kommerzielle Kunden & Bildungsmarkt:


Preis Windows 10-SKU Ausstattung des PCs
30$ Windows 10 Professional Kleine Tablets mit 7-9 Zoll Displays, Atom/Celeron CPU
117$
(165$ mit Downgrade)
Windows 10 Professional Mittelklasse-PCs mit Ausstattung auf "Core"-Niveau = sozusagen der Durchschnitts-PC
144-244$ Windows 10 Professional in Workstation Mode Workstation-PCs (Quadcore oder mehr, je nach Ausstattungsniveau)

Die Umstellung auf die neue SKU-Struktur rund um Windows 10 beginnt nach Angaben von Thurrott im Fall von Windows 10 Home bereits am 1. April 2018, bevor dann ab dem 1. Mai 2018 die Preise für Systeme mit Ausstattung auf dem sogenannten "Advanced"-Niveau greifen - also für Systeme mit vielen Rechenkernen und hoher Leistung, meist aus dem Gaming-Segment.

Ungeklärt bleibt die Frage, ob Microsoft die Lizenz für Windows 10 unter bestimmten Umständen auch weiterhin kostenlos an die PC-Hersteller abgibt. Bisher war es ihnen möglich, bei Einsteiger-PCs mit begrenzter Display-Größe und Speicher-Ausstattung einen Rabatt zu erhalten oder gar die Lizenzkosten einzusparen, wenn entsprechende Verträge mit Microsoft geschlossen wurden.
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