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Microsoft verweist jetzt auch Amazon in seine Schranken

Von Christian Kahle am 06.02.2018 08:06 Uhr
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Da nun die Zahlen von allen relevanten Anbietern vorliegen, kann man in Redmond den nächsten großen Erfolg feiern. Microsoft hat es geschafft, sich im wichtigsten Geschäftsbereich für die Zukunft an die Spitzenposition vorzuarbeiten: Der Software-Konzern war im letzten Jahr der umsatzstärkste Cloud-Betreiber.

Amazon war lange die Nummer 1 im Cloud-Business. Microsoft hat hier allerdings massiv investiert und kann insbesondere im Geschäft mit Großunternehmen auch dadurch punkten, dass man die eigenen Anwendungen - die ohnehin zur Standardausstattung der Firmen-IT gehören - direkt an die eigene Azure-Cloud angebunden hat. Das erspart Unternehmen in der Regel einen Schritt bei der Konfiguration der eigenen Infrastruktur.

Das große Feld der Cloud gilt im allgemeinen als etwas langweiliges Business-Modell. Im Falle Microsofts gibt es aus Sicht der meisten Anwender tatsächlich wesentlich spannendere und leichter zugängliche Produkte. Allerdings ist dem Management in Redmond klar, dass man in nicht mehr allzu ferner Zukunft die meisten Umsätze mit Cloud-Diensten machen wird. Die Kundschaft reicht hier vom einfachen Nutzer, der sich eine Office 365-Lizenz klickt, bis hin zum Großunternehmen, das komplette Datenzentren in die Obhut eines Cloud-Betreibers überantwortet.

Cloud-Umsatz 2017
Microsoft 18,6 Milliarden Dollar
Amazon 17,5 Milliarden Dollar
IBM 17,0 Milliarden Dollar
Salesforce.com 9,9 Milliarden Dollar
Oracle 5,6 Milliarden Dollar
SAP 4,8 Milliarden Dollar
Google 3,0 Milliarden Dollar

Nachdem Amazon mit der Vermietung seiner Kapazitäten in Rechenzentren den Boden bereitete, eroberte Microsoft nun im vergangenen Jahr die Spitzenposition. Nach Berechnungen von Evans Strategic Communications ergaben die Positionen in den einzelnen Bilanzberichten, dass die Redmonder im vergangenen Jahr einen Umsatz von 18,6 Milliarden Dollar mit Cloud-Diensten machten. Das ist schonmal deutlich mehr als Amazon. Der Handelskonzern aus dem benachbarten Seattle kam auf 17,5 Milliarden Dollar und muss sogar aufpassen, dass IBM mit aktuell 17 Milliarden Dollar nicht noch vorbeizieht.

Nutzer bekommt den Trend zu spüren

Das gilt insbesondere, weil Big Blue auch im vierten Quartal das stärkste Ergebnis vorwies - man kam hier auf 5,5 Milliarden Dollar. Microsoft erreichte im letzten Jahresviertel allerdings das stärkste Wachstum und kletterte im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Google, das eigentlich meist als dritte große Cloud-Macht angesehen wird, kann zwar ebenfalls ein großes Potenzial vorweisen, kommt aber in der Praxis nur auf den siebentgrößten Umsatz. Die klassischen Business-Dienstleister Salesforce.com, Oracle und SAP liegen hier noch zwischen dem Suchmaschinenkonzern mit seinen mageren 3 Milliarden Dollar Jahresumsatz im Cloudgeschäft und der Spitzengruppe.

Der einzelne Anwender bekommt Microsofts Ausrichtung auf die Cloud schon seit einiger Zeit zu spüren. Hier liegt die Ursache dafür, dass das Unternehmen seine Software nicht mehr als Produkte mit Einzellizenzen ansieht, sondern zunehmend auf das so genannte Software-as-a-Service-Konzept setzt. Betriebssystem und Anwendungen spielen entsprechend vor allem als Client für den Zugang zu Cloud-Diensten eine Rolle. Deshalb gibt es auch keine großen Windows-Versionen mehr, sondern eine fast schon schleichende Update-Entwicklung im Halbjahrestakt.

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