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Facebook und Google werden scheitern, denkt Chef von Roland Berger

Von Markus Kasanmascheff am 20.01.2018 10:33 Uhr
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Der Chef der deutschen Unter­nehmens­beratung Roland Berger, Charles-Edouard Bouée, hält die aktuellen Internetgiganten Facebook und Google beim einsetzenden Boom der künstlichen In­tel­li­genz für schlecht auf­ge­stellt. Innerhalb der nächsten 10 Jahre würden die beiden Konzerne ihre aktuelle Vormachtstellung an Newcomer in diesem Bereich verlieren.

Besonders für den Suchgiganten Google, der aktuell mit seinen Technologien das Internet dominiert, sieht Bouée schwarz. Das Unternehmen stecke zwar aktuell sehr viel Energie in Künstliche Intelligenz, werde sich aber aufgrund seiner größenbedingten Trägheit kaum ge­gen die Dynamik neuer, hochspezialisierter Unternehmen wehren können.

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Umbruch innerhalb von 10 Jahren

Charles-Edouard Bouée ist sich sicher, dass KI "in den nächsten zehn Jahren alles verändern wird", und sieht gerade die marktbeherrschende Stellung von Facebook und Google im Werbebereich dabei als Hauptfaktor. Dem Handelsblatt sagte Bouée, beide Unternehmen seien zu groß für die erforderlichen Investitionen im KI-Bereich und sie würden alle Kraft darauf verwenden, ihr aktuelles Stammgeschäft nicht zu gefährden. "Doch die Werbeerlöse, von denen Google und die anderen heute leben, gibt es in einigen Jahren so nicht mehr", so der Unternehmensberater.

Chance für Europa

Der Unternehmensberater, welcher in Kürze auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bei einer Dis­kussion mit dem langjährigen Google-Chef Eric Schmidt dabei sein wird, hält die ak­tu­el­len KI-Investitionen der beiden In­ter­net­gi­gan­ten für wenig innovativ. Diese dienten haupt­säch­lich dazu, mit alter Technik mehr Gewinn aus den eigenen Kunden he­raus­zu­quet­schen. Für Europa entstünde daraus eine neue Chance. Frankreich und Deutschland sollten sich zu­sam­men­tun, um das Feld von KI ge­mein­sam zu entwickeln. Das Umfeld dafür habe sich seit dem Amtsantritt des fran­zö­si­schen Präsidenten Emmanuel Macron dafür deutlich verbessert.

In Europa gebe es aktuell 620 auf KI spezialisierte Firmen und damit etwa so viele wie in China mit 600. Die USA kämen aktuell auf rund 1.000 Unternehmen. Der Umsatz im KI-Bereich werde von geschätzten 23 Milliarden Dollar in 2020 auf 150 Milliarden in 2030 an­stei­gen. China wolle in diesem Zeitraum die USA als Weltmarktführer ablösen und in­ves­tie­re derzeit kräftig, um dieses Ziel zu erreichen. Durch eine gemeinschaftliche Initiative von Frankreich und Deutschland könne sich aber auch Europa noch an der Spitze po­si­tio­nie­ren.
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