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Patches gestoppt: Intel hat auch Fehler in Meltdown-Updates gebaut

Von Christian Kahle am 12.01.2018 07:48 Uhr
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Für Intel hält sich der Ärger mit den jüngst bekannt gewordenen Si­cher­heits­lü­cken auf überragend hohem Niveau. Statt in ruhigere Fahr­was­ser zu kommen, in denen man die Probleme endlich gründlich angehen könnte, muss man weiterhin akut aufflammende Brandherde deckeln - jetzt beispielsweise einen Bug in den bereits ausgelieferten Patches.

Wie das Unternehmen nun mitteilte, habe man einige der größeren Kunden und OEM-Partner bitten müssen, die Auslieferung der entsprechenden Updates erst einmal zu ver­schie­ben. Die Bugs in den Patches kommen auf mehreren Prozessor-Linien des Herstellers zum Tragen - so beispielsweise in jenen der Broadwell- und Haswell-Generationen.

Wenn auf entsprechend ausgestatteten Rechnern ein Update eingespielt wird, das auf Intels Patches gegen die Schwachstellen Meltdown und Spectre basiert, starten die Systeme immer wieder einmal völlig unvorhersehbar neu. Aufmerksam wurde man darauf erst, als mehrere Kunden sich mit entsprechenden Problemberichten zurückmeldeten. Die fraglichen Patches sind bereits in der vergangenen Woche bereitgestellt worden.

Volle Transparenz?

Und der Fall zeigt auch, dass Intel nur sehr schwer­fäl­lig dazulernt, was die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Prozessen angeht. Kon­zern­chef Brian Krzanich hatte beim Be­kannt­wer­den der Sicherheitslücken zwar maximale Transparenz zugesichert, auf die sich Navin Shenoy, der Chef der Data Center Group, auch berief, als er über die fehlerhaften Patches informierte. Allerdings veröffentlichte das Unternehmen die offiziellen und recht spärlichen Informationen erst, nachdem das Wall Street Journal die Angelegenheit publik gemacht hatte.

Warnungen vor einer Installation aktueller Patches gab Intel allerdings nur an die Fir­men­kun­den heraus, wo Fachleute auf das aktuelle Problem abgestellt sind. Privatnutzern rät man weiterhin dazu, die Updates zu installieren, die ihr jeweiliger Plattform-Betreiber bereitstellt. Denn die meisten normalen Anwender dürften kaum einschätzen können, ob sie einen problematischen Patch vorliegen haben und ob ihre CPU auch betroffen ist - die fragliche Prüfung muss hier durch die Geräte-Hersteller oder Microsoft beziehungsweise Apple durchgeführt werden.

Es sind auch schon Patches bei den Nutzern angekommen. Diese haben wie zu erwarten Einfluss auf die Performance der Systeme - wenn auch nicht so stark wie anfangs befürchtet. Wie sich die Praxis bei einzelnen Anwendungen darstellt, könnt ihr hier sehen:


Siehe auch:

sentifi.com

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