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DVD-Screener: Erneut zahlreiche Oscar-Kandidaten im Netz aufgetaucht

Von Witold Pryjda am 28.12.2017 12:12 Uhr
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Anfang März 2018 werden zum 90. Mal in Los Angeles die Academy Awards verliehen und wie fast jedes Jahr haben die Verantwortlichen der Oscars mit durchgesickerten Filmen zu kämpfen. Quelle der Leaks sind offenbar erneut Mitglieder der Jury, aktuell sind bereits sechs Streifen in einschlägigen Netzwerken aufgetaucht.

Es ist ein Katz- und Maus-Spiel zwischen Film-Piraten und der Academy: So genannte Screener, die eigentlich nur für die Mitglieder der Jury bestimmt sind, aber die dennoch im Netz auftauchen. Zuletzt schienen die Verantwortlichen das Problem besser unter Kontrolle zu bekommen, denn vor einem Jahr schaffte man es, dass (zu diesem Zeitpunkt) kein Film im Netz auf diese Weise aufgetaucht ist.

Doch dieses Jahr ist es wieder anders: Denn laut TorrentFreak haben die Piraten in der "Screener-Saison" wieder die Oberhand gewonnen. Aktuell sind es bereits sechs Filme, die an die Öffentlichkeit gelangt sind, und dabei handelt es sich um qualitativ hochwertige DVD-Rips.

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Hive-CM8

Bereits vor Weihnachten veröffentlichte die einschlägig bekannte Release-Gruppe Hive-CM8 "I Love You, Daddy", den nach Missbrauchsvorwürfen vom Vertrieb fallengelassenen Film mit dem Komiker Louis CK. Danach folgten etwa zwei Wochen Stille, zum Heiligen Abend tauchte mit "Last Flag Flying" der zweite Film auf.

Hive-CM8 hat die Veröffentlichung offenbar genau geplant, da man in den Release Notes schreibt, dass man absichtlich von einer Veröffentlichung am ersten Weihnachtstag absieht. Man teilte aber auch mit, dass man "dran bleiben" sollte, damit deutete Hive-CM8 an, dass man noch weitere Filme in der Hinterhand hat.

Und so war es auch: Wenig später gab man "I, Tonya", "Lady Bird", "Call Me By Your Name" und "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" frei. Die Filmpiraten schreiben, dass alle, die DVD-Screener herunterladen und ansehen, dennoch ins Kino sollten, um die Macher der Streifen zu unterstützen. Als Grund, warum man die Filme veröffentlicht, gab man an, dass es Leute gebe, die zu Weihnachten nicht ins Kino können und die Oscar-Kandidaten zudem nicht in allen Ländern zu sehen seien.

Weitere Filme dürften folgen und damit zeigt sich, dass Academy of Motion Picture Arts and Sciences das "Screener-Problem" trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen nicht in den Griff bekommt.
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