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Apple beginnt in Kürze mit Bereitstellung der Irland-Milliarden

Von Christian Kahle am 05.12.2017 11:10 Uhr
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Der Computerkonzern Apple wird in Kürze damit beginnen, die vermeintlich ausstehenden Steuergelder in Milliarden-Höhe für Irland bereitzustellen. Im Laufe des ersten Quartals sollen die anfänglichen Teilbeträge überwiesen werden, obwohl aktuell noch gar nicht abschließend geklärt ist, ob Apple überhaupt zu Zahlungen verpflichtet ist.

Die Angelegenheit geht auf eine Entscheidung der EU-Kommission zurück, die die Steuervergünstigungen für Unternehmen in Irland als illegale Subvention betrachtet. Insbesondere auch Apple soll davon profitiert haben. In Brüssel ist man der Ansicht, dass Irland 13 Milliarden Euro von dem kalifornischen Konzern nachzufordern hat. Nicht nur Apple, sondern auch Irland ist damit allerdings nicht einverstanden und die Sache wurde zur weitergehenden Klärung an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) übergeben.

Allerdings haben sich Apple und Irland unabhängig von dem Ausgang des Verfahrens darauf verständigt, schonmal Rücklagen anzulegen, falls die EU-Kommission sich letztlich durchsetzen kann. Damit nicht der gesamte Betrag mit einem Mal auf Apple zukommen würde, will der Konzern nach und nach Teilbeträge in einen Treuhand-Fonds transferieren, berichtete das Wall Street Journal nun. Im ersten Quartal sollen die ersten Überweisungen bei diesem ankommen.

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Details wohl im nächsten Bilanzbericht

Derzeit haben die beiden Parteien aber noch keine weitergehenden Informationen zu dem vereinbarten Treuhand-Konto veröffentlicht. Unklar ist also, welche Beträge Apple hierhin überweisen wird und wer für die Verwaltung der Gelder zuständig ist. Allerdings kann man damit rechnen, dass Apple in seine Bilanzberichte für das nächste Quartal tiefergehende Angaben einfügen wird, da man verpflichtet ist, die Aktionäre hinreichend über den Verbleib solcher Summen zu informieren.

Irland gilt seit vielen Jahren als regelrechtes Steuerparadies in Europa. Das Land schaffte es so, zahlreiche Hochtechnologie-Unternehmen dazu zu bringen, ihre Europa-Niederlassungen auf der Insel anzusiedeln. Auf diese Weise schaffte es der einstige Hinterhof Westeuropas seine Rückständigkeit zu beseitigen und zu einer gut funktionierenden Wirtschaftsnation aufzusteigen.
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