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Apple Music-Chef: Spotify steht im Grunde mit dem Rücken zur Wand

Von Christian Kahle am 30.11.2017 14:29 Uhr
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Spotify steht zwar weiterhin an der Spitze des Marktes für Musik-Streaming - doch auf ziemlich tönernen Füßen. Hinsichtlich des Geschäftsmodells ist die Firma alles andere als auf einer sicheren Seite und könnte durch Konkurrenten schnell zerstört werden. Dieser Ansicht ist der Musikmanager Jimmy Iovine, der seit einiger Zeit den Streaming-Dienst Apple Music leitet.

Das Musik-Streaming sei nicht gerade ein besonders großartiges Geschäft. Gut funktioniere es für die großen Anbieter, bei denen es ein Beiwerk und fast schon Marketing für die eigentlichen Kernprodukte ist. Das ist sowohl bei Amazon, Apple als auch Google so. Wenn man - wie Spotify - aber nichts anderes hat, gibt es gewaltige Risiken.

"Wenn Jeff Bezos morgen früh aufwacht und sagt: 'Mir sind irgendwie 7,99 Dollar in den Sinn gekommen, ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll', und jemand antwortet: 'Lass uns die 7,99 Dollar doch bei der Musik ausprobieren' - könnt ihr euch vorstellen, was dann passiert?", sagte Iovine gegenüber dem US-Magazin Billboard. Dies würde, so führte er weiter aus, das Streaming-Business erschüttern - und insbesondere den Marktführer Spotify, der auch neun Jahre nach seinem Start noch nicht in der Lage ist, Gewinne zu machen.

Apple stellt den Streaming-Dienst Apple Music vor

Markt könnte schnell kippen

Bei den anderen gebe es jeweils ein Polster, so Iovine: Amazon nimmt Geld mit den Prime-Abos ein, Apple verkaufe Telefone und iPads. Spotify hat aber nichts, was die Kundschaft über die Streaming-Abos hinaus kaufen würde. Und da die Abo-Gebühren ohnehin eine extrem kleine Gewinnmarge beinhalten, könnte der Marktführer einen Preiskampf mit den großen Konkurrenten kaum längere Zeit unbeschadet überstehen.

Spotify verfügt aktuell über rund 60 Millionen zahlende Abonnenten und ist damit ungefähr doppelt so groß wie Apple Music. Die Musik-Kataloge und die Preise unterscheiden sich bei kaum einem Anbieter wesentlich von der Konkurrenz. Die Betreiber versuchen daher mit Exklusiv-Inhalten Kunden anzuziehen - was aber letztlich auch nur in einem überschaubaren Rahmen gelingt.

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