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Zweites Löschzentrum eröffnet: Facebook legt gegen Hassinhalte nach

Von Markus Kasanmascheff am 23.11.2017 17:46 Uhr
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Als Antwort auf das seit 1. Oktober gültige Netzwerkdurchsetzungsgesetz hat Facebook in Essen ein zweites Löschzentrum gegen Hassreden und Fake-News eingerichtet. Bis zum Jahresende sollen dort 500 geschulte Mitarbeiter Hassreden und gefälschte Nachrichten so schnell wie möglich aus dem Netzwerk entfernen.

"Diese Investitionen sind ein wichtiger Schritt im Vorgehen gegen Hasskommentare auf Facebook", sagte der für das Löschzentrum zuständige Facebook-Direktor Walter Hafner. In Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Arvato betreibt Facebook in Berlin bereits seit Anfang 2016 ein Löschzentrum. Das zweite Löschzentrum soll beim kontrollieren der Datenflut an Fake-News und Hasskommentaren in Zukunft kräftig mithelfen.

Löschung binnen 24 Stunden

Seit dem Inkrafttreten des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes steht Facebook jetzt auch unter zusätzlichem Druck, will das Netzwerk empfindliche Geldstrafen vermeiden. Bestimmte extreme Inhalte müssen Sei­ten­be­trei­ber innerhalb von 24 Stunden nach Ver­öf­fent­li­chung der jeweiligen Nachricht lö­schen.

Hier­zu zählen offensichtlich strafbare Einträge wie Beleidigungen, Bedrohungen und alles weitere was als Volksverhetzung gewertet werden könnte. Verstößt ein Betreiber gegen das Gesetz, müssen die hierfür ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­bei­ter eine Geldstrafe von bis zu fünf Millionen Euro entrichten. Das Unternehmen selbst kann mit einem Bußgeld von bis zu 50 Millionen Euro bestraft werden.

100.000 Hasskommentare pro Monat

Nach eigenen Angaben löschte Facebook 2016 monatlich bereits etwa 100.000 Hass­kom­men­tare von den eigenen Servern. Die Zahl der insgesamt gemeldeten bzw. beanstandeten Beiträge dürfte weitaus höher sein und wird von Facebook unter Verschluss gehalten. Insbesondere im Verlauf des letzten Bundestagswahlkampfs hatte sich die Stim­mung in den sozialen Netzwerken deutlich aufgeheizt. Dass Facebook nun ein weiteres Löschzentrum aufbaut ist ein klares Zeichen dafür, dass die bisherigen Kapazitäten bislang nicht ausreichten.
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