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Mutter machte mit: BKA verhaftet Top-Drogenhändler aus dem Darknet

Von Markus Kasanmascheff am 23.11.2017 12:52 Uhr
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Das Bundeskriminalamt hat einen im Darknet sehr aktiven Drogendealer bei einer Grenzkontrolle festnehmen können. Die Ermittlungen gegen den mit Komplizen auf zahlreichen Darknet-Marktplätzen tätigen Dealer liefen bereits seit einigen Monaten. Der 29-jährige Deutsche wohnte in den Niederlanden und fuhr fast täglich als Kurier über die Grenze.

Der Festgenommene und seine Komplizen waren vor allem auf den Darknet-Marktplätzen "Hansa-Market" und "Dream-Market" tätig und unter den Pseudonymen "drogenfahndung" und "mrdrogenkommandant" bekannt gewesen. Die online bei ihnen bestellten illegalen Substanzen verschickten die Dealer per Post und fuhren zum Aufgeben der Briefe, Päckchen und Pakete nahezu täglich über die Grenze an unterschiedliche Standorte. Ihr Geld ver­dien­ten die Darknet-Händler vor allem mit Ecstasy, Marihuana, Kokain, Amphetamin und Heroin.

Anteile der Inhalte im Tor-Darknet

34 Sendungen im Gepäck

Bei der Verhaftung an der Grenze hatte der 29-jährige offenbar 34 vorbereitete Sendungen mit Drogen mit im Gepäck. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung bei seiner an den Drogengeschäften beteiligten Mutter in den Niederlanden fanden die Ermittler zahlreiche Beweismittel, darunter etwa 75 Kilogramm an verschiedenen Drogen sowie rund 400.000 Euro Bargeld.

Auch unter den Abnehmern des Darknet-Dealers gab es Festnahmen, von denen einige wohl als lokale Drogendealer tätig gewesen waren. Die Kripo Coburg konnte darunter be­reits im Oktober sechs Verdächtige dingfest machen und weitere 12 Abnehmer ermitteln.

Festnahmen trotz Anonymität

Auch wenn im anonymen Darknet Ermittler nur schwer einzelne kriminelle ausfindig machen können, verzeichnet die Polizei zunehmend Erfolge. Schließlich müssen im Drogen- oder Waffenhandel tätige Dealer ihre Ware auch irgendwie zustellen. Durch mühsame Er­mitt­lun­gen und gezielte Fallen kann man diesen dann letztlich doch habhaft werden. Im August war der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz bereits ein Schlag gegen Darknet-Drogenhändler gelungen. Und ebenfalls im Sommer war einer der größten in den USA tätigen Darknet-Drogenhändler aufgeflogen.
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