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Nach Whatsapp und Co: China wirft Skype aus den App-Stores

Von Markus Kasanmascheff am 21.11.2017 16:43 Uhr
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Nachdem China seine Whatsapp-Blockade nun vollständig durchgezogen hat, scheint nun mit Skype einer der letzten noch verfügbaren westlichen Messenger in den Fokus der Zensurbehörden zu rücken. Wie die New York Times berichtet, wurde die Skype-App aus Apples App-Store und anderen App-Markets entfernt.

Skype ist dort bereits fast einen Monat lang nicht mehr auffindbar. Auf Anfrage bestätigte Apple, dass dahinter eine Löschung nach Vorgabe der Zensurbehörde steckt. "Das Ministerium für öffentliche Sicherheit hat uns darüber informiert, dass eine Reihe von VoIP-Apps nicht mit den lokalen Gesetzen vereinbar sind. Aus diesem Grund wurden diese Apps aus dem chinesischen App Store entfernt", teilte Apple der New York Times mit. In allen anderen Märkten blieben die betroffenen Apps aber weiterhin verfügbar.

Zukunft von Skype unklar

Aufgefallen war die Löschung von Skype zunächst nur durch Forenkommentare von Skype-Nutzern, die ihr dortiges Guthabenkonto nicht mehr über Apple aufladen konnten. Bislang funktioniert Skype in China weiterhin, lediglich die Apps zu bekommen ist seit der Löschung in den Online-Marktplätzen nur unter Umwegen möglich. Wie es mit Skype weitergeht, ist unklar. Die chinesischen Zensurbehörden gehen bei ihrer Blockadepraxis selektiv und schritt­wei­se vor.

Auch Interessen heimischer Unternehmen könnten dabei eine Rolle spielen. Diese kooperieren auch gerne mit den Behörden. Der in China am meisten benutzte Chat-Client Wechat kann von den chinesischen Zensoren dank exzellenter Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern Tencent leicht überwacht werden. Bei ausländischen Anbietern wie Whatsapp oder eben Skype sieht das anders aus. Tencent ist wohl nicht zuletzt dank seiner guten Zusammenarbeit zum mittlerweile lukrativsten chinesischen Unternehmen aufgestiegen.

Whatsapp bereits komplett gesperrt

Im Fokus der chinesischen Zensoren stand lange Zeit vor allem Whats­app, welches aber seit gut zwei Monaten von der großen Firewall im chinesischen In­ter­net komplett blockiert wird und dadurch unbrauchbar wurde. Gerade Smartphone-Apps scheinen den Chinesen dabei wichtig zu sein. Skype könnte auf lange Sicht durchaus eine Totalsperre wie Whatsapp dro­hen. Doch ist der VoIP-Dienst in China weit un­po­pu­lä­rer als es Whatsapp war.

Vielleicht hofft man in China auch einfach darauf, dass Skype dank der App-Blockade quasi irrelevant wird. Oder man will Skype-Nutzer dazu zwingen, die Software nur auf PCs ein­zu­setzen, da sich diese per standardisierter Software dort leichter überwachen lässt.
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