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Pokemon ja, Kinder nein: Amazons kassenloser Laden kommt voran

Von Christian Kahle am 16.11.2017 18:25 Uhr
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Der Handelskonzern Amazon will daran festhalten, Ladenfilialen in Betrieb zu nehmen, in denen die Kunden nicht mehr durch einen Kassenbereich laufen müssen. Das Geschäft soll automatisch registrieren, welche Produkte aus dem Regal genommen werden und diese dann automatisch beim Verlassen des Geschäfts über den Amazon-Account abrechnen.

Eine erste Testfiliale dieses "Amazon Go"-Konzeptes konnte vor einiger Zeit aber nicht wie geplant für die Öffentlichkeit freigegeben werden, weil die Technik im Praxiseinsatz schlicht überfordert war. So schafften es die Systeme nicht mehr, die einzelnen Kunden zuzuordnen, wenn dann doch einmal ein paar Menschen mehr auf einmal im Laden waren. Inzwischen sollen aber verschiedene technische Schwächen aus dem Weg geräumt worden sein.

Laut einem Bericht des US-Nachrichtenagentur Bloomberg soll Amazon sogar schon wieder Personal für einen Start der ersten entsprechenden Filialen einstellen. Das bedeutet allerdings nicht, dass schon alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt sind. Grundsätzlich funktioniert das System inzwischen wohl ziemlich gut, wenn sich einzelne Personen mit ihrem Smartphone beim Betreten des Ladens einloggen. Dann verlieren die Systeme auch bei größeren Besucherzahlen nicht mehr den Überblick und rechnen alles ordentlich ab.

Amazon Go - So funktioniert der Einkauf im Laden ohne Kasse

Wuseln geht, mehrere Nutzer pro Account ist schwer

Ein Amazon-Manager wusste hier sogar mit passenden Anekdoten zu glänzen. Um das Shopping-System einem harten Test zu unterziehen, waren vor einiger Zeit drei Mitarbeiter zu Probekäufen erschienen: Sie stürmten alle mit dem jeweils gleichen Ganzkörper-Pokemon-Kostüm das Geschäft, liefen darin wild durcheinander und packten Waren ein. Als sie die Filiale verließen, waren alle Produkte dem korrekten Amazon-Konto zur Abrechnung übertragen worden.

Schwierigkeiten gibt es im Alltag aber noch, wenn Situationen eintreten, die vom normalen Einkaufsverhalten einzelner User abweichen. Wenn beispielsweise ein Nutzer seine Kinder dabei hat, diese ebenfalls Waren einpacken oder vielleicht sogar schon im Geschäft ein Produkt aufessen, kommt es zu Problemen. Hier arbeitet man noch am Fein-Tuning. Ebenso will man noch besser werden, wenn ein Pärchen den Laden betritt und gemeinsam auf einen Account einkaufen will.
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