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Samsung flutet Chipfertigung mit seinen Milliarden: Preisverfall in Sicht?

Von Roland Quandt am 16.11.2017 13:19 Uhr
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Der koreanische Elektronikgigant Samsung investiert massiv in den Aus­bau seiner Fertigungskapazitäten für Halbleiterprodukte und könnte damit seine ohnehin schon ins Hintertreffen geratenen Mitbewerber stark unter Druck setzen - und nebenbei auch für einen Rückgang der Preise sorgen.

Wie einige Analysten der Firmen IC Insights und TrendForce berichten, pumpt Samsung allein in diesem Jahr rund 26,6 Milliarden Dollar in seine Halbleitersparte. Damit übertrifft sich das Unternehmen selbst im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Doppelte, denn 2016 flossen rund 11,3 Milliarden Dollar in die Halbleiterfertigung.

Samsung wird damit nach Einschätzung von IC Insights allein für fast 30 Prozent der gesamten weltweit getätigten Investitionen im Halbleitermarkt veratwortlich sein. Damit würde man mehr für den Ausbau und die Aktualisierung der Fertigungsanlagen ausgeben als Intel und TSMC als jeweils größter Prozessorhersteller bzw. Vertragsfertiger zusammen. Offenbar geht es Samsung vor allem um den Bereich des Flash-Speichers.

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IC Insights zufolge werden Samsungs riesige Ausgaben wohl für ein Überangebot an 3D-NAND Flash-Chips sorgen, was den Wettbewerb unter den Herstellern verschärft. Vermutlich wären Intel, Toshiba, Micron oder auch SK Hynix gezwungen, selbst massiv in neue Kapazitäten zu investieren und dabei einen Preisverfall zu riskieren, oder sie müssten bei einem Verzicht auf eine Aufstockung ihrer Ausgaben einen Verlust an Marktanteilen hinnehmen.

TrendForce geht davon aus, dass Samsungs riesige Ausgaben vor allem ein Ziel verfolgen: man will aufstrebenden chinesischen Herstellern das Leben schwer machen. Durch das Überangebot würden nicht nur die Preise stabil bleiben oder sogar fallen, sondern der Markt auch gleichzeitig an Attraktivität verlieren. Die stark gewinnorientiert agierenden chinesischen Hersteller würden daher durch den Druck von Seiten Samsungs eher von einem Ausbau ihres Engagements absehen, heißt es.

Andere Analysten sehen die Investitionen von Samsung, die neben dem Ausbau der Flash-Produktion auch in die Bereiche 10-Nanometer-Fertigung von Prozessoren und Arbeitsspeicher fließen, eher als notwendiges Übel. Weil die neuesten Chips wegen ihrer geschrumpften Strukturbreiten immer schwieriger zu fertigen seien, müsse eben auch mehr Geld in die dafür benötigten neuen Maschinen gesteckt werden. Daraus ergebe sich noch lange kein Überfluss an Chips, auch weil Samsung sich es schlichtweg nicht leisten könne, die Kapazitäten massiv zu erhöhen und damit gleichzeitig seine Einnahmen zu schmälern.
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