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YouTube geht nun deutlich schärfer gegen extremistische Videos vor

Von Witold Pryjda am 14.11.2017 16:54 Uhr
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Die zu Google gehörende Videoplattform YouTube wurde in den vergangenen Monaten immer wieder dafür kritisiert, nicht genug gegen extremistische Inhalte zu unternehmen. Denn früher mussten es klare Gewaltdarstellungen und die eindeutige Verbreitung von Hass sein, damit man sich einen Rauswurf einfing. Nun geht Google schärfer vor.

Google und YouTube werden schon lange für den laschen Umgang mit extremistischen Inhalten kritisiert. Denn bislang mussten die Videos beispielsweise blutrünstige Gewaltdarstellungen aufweisen, damit die Verantwortlichen ohne zu zögern tätig werden und den Inhalt von der Plattform verbannen.

Verschärfung

Doch laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat YouTube die Spielregeln diesbezüglich klar verschärft: Denn laut neuen Richtlinien entfernt die Google-Plattform nun auch grundsätzlich Inhalte von Menschen und Gruppen, die von der US-amerikanischen oder britischen Regierung als terroristische Organisationen oder Personen eingestuft worden sind.

Ein YouTube-Sprecher, der aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden wollte, bestätigte die neuen Richtlinien. Das Unternehmen wollte aber näher mitteilen, seit wann die überarbeiteten Regeln gelten. Laut YouTube hat man auf dieser Grundlage etwa zahlreiche Videos des Al-Kaida-Rekrutierers Anwar al-Awlaki zur Geschichte des Islam gelöscht, diese stammten aus einer Zeit bevor der im September 2011 getötete Extremist Gewalt gegen die USA und den Westen gepredigt hat.

Regierungen und Menschrechtsorganisationen haben von YouTube schon lange ein verschärftes Vorgehen gegen Videos dieser Art gefordert, da derartiges Material dazu dient, die Nutzer nach und nach zu radikalisieren. Auch in Deutschland hat es zuletzt eine gesetzliche Verschärfung gegen so genannte Hassreden gegeben.

YouTube hat sich im Sommer noch geweigert, verstärkt religiöse und rassistische Inhalte zu löschen und verwies auf Warntafeln und Sperren bezüglich Werbung. Man argumentierte mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung, hat sich aber nun doch entschieden, das Auge deutlich seltener zuzudrücken.
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