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"Revenge Porn"-Blocker: Facebook testet präventive Bildersperre

Von Markus Kasanmascheff am 07.11.2017 21:27 Uhr
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Facebook testet aktuell ein neues Tool, mit der Nutzer persönliche intime Bilder dauerhaft sperren können sollen. Das Werkzeug soll der Aus­brei­tung von so genanntem "Revenge Porn", also dem unerwünschten Teilen von intimen Aufnahmen nach dem Ende einer Beziehung Einhalt gebieten.

Der Test wird aktuell in Zusammenarbeit mit der australischen Regierung durchgeführt. Bei Erfolg, soll der "Revenge Porn"-Blocker dann auch in anderen Ländern eingeführt werden. Das Werkzeug ermöglicht Nutzern das Markieren von sensiblen Bildern, damit diese nicht von Dritten hochgeladen werden können. Über einen Hash-Code sollen die Bilder au­to­ma­tisch eindeutig identifizierbar werden.

Durch automatische Bilderkennung beim Upload prüft Facebook vor dem Veröffentlichen von Fotos, ob diese von anderen Nutzern als "nicht-einvernehmliche, intime Bilder" markiert wurden. Liegt ein entsprechender Eintrag vor, lässt sich das Bild über Facebook nicht ver­öf­fent­li­chen.

Technik mit Hürden

Der Erfolg des "Revenge Porn"-Blockers dürfte allerdings beschränkt bleiben. Um die Funktion einsetzen zu können, müssen Profilbenutzer selbst Zugang zu dem Bildmaterial haben. Leider wird aber gerade bei vielen Fällen von Revenge Porn heimlich aufgenommenes Bildmaterial geteilt. Zudem ist denkbar, dass durch teilweise Verfremdung der Fotos, der Erkennungsmechanismus ausgetrickst werden kann.

Rechtlich ist zumindest in Deutschland die Sache ziemlich klar. Wie der Bundesgerichtshof bereits 2015 entschieden hat, müssen intime Aufnahmen nach dem Ende einer Beziehung auf Verlangen gelöscht werden. Eine Frau hatte mit ihrer Klage einen Rechtsanspruch eingefordert, um die Veröffentlichung von Nacktbildern von ihr verhindern zu können.

Die Frau hatte sich während einer Affäre mit einem Berufsfotografen nackt fotografieren sowie Videoaufnahmen anfertigen lassen. Nach dem Beziehungsende verlangte die Frau daher die Löschung aller Aufnahmen, die sie in einer kompromittierten Lage zeigten. Dabei ging es nicht nur um die Löschung der Bilder, die der Mann selbst angefertigt hatte, sondern auch um Fotos, die die Frau ihrem Liebhaber zugeschickt hatte.
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