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Amazon gibt praktische "Kauften-auch" Vorschläge für Bombenbauer

Von Nadine Juliana Dressler am 05.11.2017 16:45 Uhr
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Die Amazon-Algorithmen der Vorschläge für weitere Käufe sorgten schon häufiger für Schlagzeilen - zumeist weil sie aufgrund von absurden Kombinationen für Lacher sorgten. Nun stellt sich heraus, wie gut die Technik Bombenbauer unterstützt.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch... Mit diesen Verkaufsvorschlägen ist Amazon zu dem geworden, was der Konzern ist: Ein riesiges Handelsimperium, bei dem man quasi alles bestellen kann. Nun steht der dahinterstehende Algorithmus allerdings auf dem Prüfstand. Denn wie Spiegel Online jetzt berichtet, spielt nun ausgerechnet wieder Amazon eine wichtige Rolle im Fall des in der vergangenen Woche in Schwerin festgenommenen Terror-Verdächtigen Syrers Yamen A.

Konkrete Pläne, eingekauft wurde online

Der junge Syrer soll sich im Sommer über Amazon allerlei Chemikalien bestellt haben, die für die Herstellung des Sprengstoffs TATP geeignet sind, berichtet der Spiegel. Die Informationen dazu stammen aus Ermittlerkreisen. Zuvor hatte es nur geheißen, dass der Terrorverdächtige, der bereits konkret einen Anschlag geplant haben soll, viele Zutaten für seine Bombe im Internet bestellt habe.

"Böse" Einkaufshilfe

Woher die Chemikalien dabei stammen, ist im Grunde zweitrangig, da sie legal erworben werden können. Problematisch für die Ermittler ist vielmehr, dass die Amazon-Algorithmen die konkrete Zutatenliste für den Bombenbau automatisch ausspucken.

Potentielle Bombenbauer erhalten so Tipps ohne Amazon überhaupt verlassen zu müssen. Das sei höchst bedenklich und zwar aus zwei Gründen. Zum einen erlernen die Amazon-Algorithmen die richtigen Kombinationen von vorangegangenen Suchanfragen, also muss bereits eine gewisse Anzahl an Zutaten für den Bombenbau bestellt worden sein. Zum anderen müssten dort entsprechende Hürden eingebaut werden, damit Käufer nicht die Sicherheitsmaßnahmen wie den eingeschränkten freien Verkauf mancher Chemikalien unterlaufen können.

Amazon will jetzt durch weiterere Sicherheitsmechanismen sicherstellen, dass "Produkte nur in geeigneter Weise präsentiert werden", bestätigte der Konzern auf Anfrage des Spiegels.

Nach Las Vegas: YouTube greift aktiv in den Such-Algorithmus ein
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