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YouTuber nach 'Bomben-Prank' zu 7 Monaten auf Bewährung verurteilt

Von Witold Pryjda am 18.10.2017 17:06 Uhr
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Bereits im Fernsehen sind Shows, bei denen mit versteckter Kamera gefilmt wird, humoristische Bankrotterklärungen, dabei geht es meist aber eher zahm zu. Das aber aus gutem Grund: Denn den Profis ist bewusst, dass sie hier nicht zu weit gehen dürfen. YouTuber wissen das hingegen nicht und einem davon wurde das nun zum Verhängnis.

Als so genannten Prank bezeichnet man im Englischen einen Streich, meistens sind solche Scherze auch harmlos. Auf YouTube hat sich aber eine regelrechte Szene entwickelt, bei denen sich die Video-Macher immer extremere "Späße" ausdenken, ohne an Konsequenzen für sich und vor allem ihre Opfer zu denken.

Für den deutschen YouTuber und selbsterklärten "Rapper" Ahmad Ahadi alias ApoRed hatte das jetzt aber ernsthafte Konsequenzen. Denn dieser ist laut Spiegel Online zu sieben Monaten auf Bewährung mit einer Auflage von 200 Arbeitsstunden verurteilt worden. ApoRed hat im Juni 2016 einen Prank mit versteckter Kamera gedreht, bei den er Passanten eine Tasche vor die Füße warf und so tat als wäre es eine Bombe.

"Das war ultralustig". Nicht

Am Ende des Videos kommentierte Ahadi die Szenen damals noch mit "Das war ultralustig", ein gutes Jahr später sagte er vor Gericht hingegen: "Das war sehr sehr dumm von mir." Die Zeugenaussagen berichteten, dass sie Todesangst hatten, das sei ein Schock, den sie teilweise bis heute nicht verarbeitetet hätten.

Der Beschuldigte zeigte zwar Reue und entschuldigte sich bei allen seinen Opfern, die Strafe fiel aber dennoch verhältnismäßig empfindlich aus. Denn das Gericht stellte fest, dass ApoRed jegliches Gespür dafür fehle, "was geht und was nicht", so die Richterin.

Die Verurteilung umfasst die Delikte Körperverletzung, Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Dazu kommt ein Verstoß gegen § 33 des Kunsturhebergesetzes, da die Opfer des Pranks unverpixelt im Video vorkommen und vor der Veröffentlichung auch nicht um Einverständnis gefragt worden sind.
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