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Neues Amazon-HQ: Städte überschlagen sich mit kurioser Eigenwerbung

Von Christian Kahle am 12.10.2017 16:39 Uhr
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Wenn große Unternehmen nach einem neuen Standort suchen, locken Kommunen meist mit Steuervergünstigungen oder dem passenden Ausbau der Infrastruktur. Wenn Amazon eine zweite Firmenzentrale bauen will, fördert das allerdings sehr viel groteskere Aktionen zutage.

Bei den kommunalen Würdenträgern stellt sich seit der entsprechenden Ankündigung Amazons eine große Frage: Wie erregt man die Aufmerksamkeit eines Unternehmens, bei dem ohnehin schon alle mit Steuervergünstigungen hart an die Grenzen gegangen sind und das man auf herkömmlichem Weg kaum für eine Ansiedlung interessieren könnte? Immerhin will das Unternehmen an dem neuen Standort rund 50.000 Beschäftigte anstellen.

Wie man in Seattle, dem aktuellen Konzernsitz, reagierte, als man aus Tucson im Wüstenstaat Arizona einen riesigen Kaktus geschickt bekam, ist inzwischen bekannt: Man schickte die Pflanze umgehend zurück und spendete sie dem dortigen Wüstenmuseum. Das texanische Frisco warb damit, dass man die Stadt um das neue Amazon-HQ herumbauen wolle - denn aktuell sei der Ort ja erst zu 60 Prozent fertig.

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Noch einen Schritt weiter ging die Stadtverwaltung von Stonecrest im US-Bundesstaat Georgia. Diese ist wirklich zum Äußersten bereit: Man habe den Beschluss gefasst, sich in Amazon umzubenennen, wenn der neue Konzernsitz auf dem Gebiet der Kommune angesiedelt wird.

Das kann man im wesentlich bekannteren Kansas City eher nicht machen. Hier zeigt dafür der Bürgermeister Sly James persönlich maximalen Einsatz. Dieser ist aktuell vor allem damit beschäftigt, tausend verschiedene Produkte auf der Amazon-Seite zu kaufen und jeder Bestellung eine 5-Sterne-Bwertung und einem positiven Kommentar folgen zu lassen.

So erwarb James beispielsweise Umhängebeutel mit aufgedrucktem Pferdekopf. "Ich habe einen für mich selbst und einen weiteren für jeden Kunststudenten in Kansas City gekauft, der Stadt, die bei der Bürgerbeteiligung auf Platz 3 liegt", schrieb James. Und in einem anderen Fall erklärte er, dass er zwar schon erwachsen sei, aber durchaus eine Vorstellung davon habe, wie gut sich die bestellte Creme auf Baby-Haut anfühlen müsse. Die Produkte behielt er auch nicht selbst - wie alle erworbenen Waren werden sie wohltätigen Zwecken in der Stadt gespendet.

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